Top Banner

of 64

Vienna 1900

Mar 11, 2016

ReportDownload

Documents

hanscarl

Meisterkopien Vom Original gescannt und in Originalgröße, auf Malerleinwand gedruckt. Die Ausstellung mit Meisterreproduktionen wird ab 2014 in mehreren Exemplaren in Brasilien und im asiatischen Raum gezeigt werden. Zuletzt ist das Thema „Vienna 1900“ in seiner gesamten Komplexität im Jahre 1986 im MoMa in New York gezeigt worden. Der „explodierende“ Preis der Originale und die damit astronomischen Versicherungssummen verhinderten seitdem international ähnliche Ausstellungsprojekte mit Originalen. Die projektierte Ausstellung ist mit „Meisterkopien“ ausgestattet und wird den Besuchern multimedial die Geschichte des imperialen Wiens zwischen 1895 bis 1918 in einer völlig neu aufgearbeiteten Form die Einzigartigkeit dieser Epoche vermitteln.

  • 2

  • 6 40 Jahre, die Kulturgeschichte schreiben

    8 Die Wiener Musik

    10 Die Donaunonarchie

    14 Die Wiener Ringstrae, die Oberen 10.000

    20 Die grte Baustelle der Welt

    24 Die Sezession

    Egon Schiele, Koller Pinell, Wilhelm List, Carl

    Moll, Max Kurzweil, Koloman Moser,

    38 Gustav Klimt, die Geburt der Moderne

    44 Die Landschaftsbilder am Attersee

    50 Das Palais Stoclet

    52 Der Beethovenfries

    56 Der Skandal mit den Fakulttsbildern

    57 vielleicht war Kakanien doch ein Land fr

    Genies; und wahrscheinlich ist es daran auch

    zugrunde gegangen.

    (Robert Musil)

    Register

    3

  • Viele der grundlegenden intellektuellen

    und knstlerischen Impulse, die das

    Denken und das kulturelle Umfeld der

    modernen westlichen Welt geprgt

    haben, sind der Wiener Jahrhundert-

    wende entsprungen.

    In der Kunst und der Architektur wurzeln

    mehrere ganz zentrale Entwicklungen,

    die die Moderne eingeschlagen hat und

    die die Landschaft der westlichen Kultur

    einschneidend verndert haben im Wien

    der Jahrhundertwende.

    Die Bauten von Adolf Loos und Otto

    Wagner beispielsweise, aber auch

    die Arbeiten Maks Fabianis, Josef

    Hoffmanns, Friedrich Ohmanns, Joseph

    Maria Olbrichs und Josef Pleczniks

    kulminierten nur wenige Jahrzehnte

    spter im Bauhaus, dessen Ziel es war,

    die Architektur von dem Diktat des Stils

    zu befreien.

    In der Malerei waren es die Werke

    Gustav Klimts, Egon Schieles und Oskar

    Kokoschkas, die im Rahmen der Wiener

    Sezession und ihrer offenen Darstellung

    erotischer Themen eine radikale Kritik an

    der knstlerischen Tradition vorantrieben.

    In der Philosophie hat die Wiener

    Jahrhundertwende ebenfalls mehrere

    Schulen hervorgebracht, unter anderem

    den antimetaphischen Empirico-Kritizismus

    Ernst Machs, die logischen Untersuchungen

    Ludwig Wittgensteins, den logischen

    Positivismus Rudolf Carnaps, die Philo-

    sophie Franz Brentanos und die sterrei-

    chische konomische Schule von Menger,

    Wieser, und Boehm-Bawerk.

    In der Literatur waren es schlielich

    Autoren wie Robert Musi, Hugo von

    Hofmannsthal, Karl Kraus und Arthur

    Schnitzler, die den literarischen Stil der

    Moderne mitprgten.

    Diese ungewhnliche Produktivitt ist

    aber nur eine kennzeichnende

    Dimension der Wiener Jahrhundert-

    wende. Diese Vielfltigkeit hat allerdings

    nicht nur eine unglaubliche kulturelle

    und intellektuelle Produktivitt stimu-

    liert, sondern auch ungeheure soziale

    und politische Spannungen erzeugt.

    Ein anderes Merkmal ist die multikultu-

    relle Zusammensetzung der Stadt Wien

    und des weiten Habsburger Reiches,

    dessen Hauptstadt Wien war.

    Als die erste Metropole des Reiches,

    dessen Regierungssitz und Wirtschafts-

    zentrum, wirkte Wien wie ein Magnet

    der verschiedene Vlker aus ganz Mittel-

    europa anzog. Mit dem Resultat, dass

    Wien um 1870 bereits die erste wirklich

    muti-kulturelle Stadt in Europa war.

    Unter seinen Einwohnern waren

    Deutsche, Ungarn, Tschechen, Slovenen,

    Serben, Kroaten, Bosnier, Italiener

    und viele mehr.

    Nicht zu vergessen, dass aufgrund des

    Toleranzpatentes von Joseph II die

    Jdische Gemeinde in Wien nahezu 10%

    der Bevlkerung ausmachte.

    Erwhnenswert ist auch der Umstand,

    dass ein berproportionaler Anteil der

    Wiener Genies, Knstler und Wissen-

    schafter jdisch waren.

    Von daher ist die Wiener Jahrhundert-

    wende auch von dem offensichtlichen

    Paradox bestimmt, dass Wien nicht nur

    der Geburtsort von Psychoanalyse,

    Zwlfton-Musik und moderner Architektur

    darstellte, sondern gleichzeitig auch die

    Wiege des politischen Antisemitismus.

    Der Antisemit Brgermeister Karl

    Lueger, der in Wien mit offen antisemi-

    tischen Wahlsprchen zum Amt kam,

    veranlasste indirekt dadurch den

    Wiener Juristen und Komdienautor

    Theodor Herzel , das Buch Der Juden-

    staat zu schreiben.

    Es ist oft behauptet worden, dass die

    kulturelle Blte Wiens sich dann in ihrer

    ganzen Pracht entfaltete, als die politi-

    sche Macht der Monarchie am sinken

    und die innere Stabilitt durch Konflikte

    zwischen den einzelnen Volksgruppen

    am gefhrdesten war.

    Diese Konflikte kulminierten in der

    Erschieung des sterreichischen Erzher-

    zogs Ferdinand und seiner Frau durch

    serbische Nationalisten. Dieser Vorfall

    hat Anlass zum Ausbruch des ersten

    Weltkrieg gegeben, der letztendlich das

    Ende des Habsburger Monarchie bringen

    sollte.

    Die Wiener Jahrhundertwende

    war von daher eine protopypische

    Sttte der Moderne nicht nur wegen

    der knstlerischen, kulturellen und

    intellektuellen Bewegungen, die aus

    ihr hervorgingen, sondern auch weil

    aus ihr die typischen gesellschaftli-

    chen und politischen Probleme

    entsprungen sind, die den modernen

    Vielvlkerstaat definieren.

    40 Jahre, Die Kulturgeschichte Schreiben

  • Von daher ist Wien um die Jahrhundert-

    wende eine Fallstudie, auf der Basis

    derer man die intellektuellen und

    sozio-politischen Wurzeln der heutigen

    Welt besser verstehen kann.

    Wien um die Jahrhundertwende stellt

    ein aussergewhnliches Beispiel von

    disziplinrer bergreifender Zusammen-

    arbeit dar, weil die intellektuelle und

    kulturelle Elite eine Gemeinschaft

    bildete, wo jeder jeden kannte, mit ihm

    kommunizierte, oder zumindest sich

    ber ihn in Gesellschaft usserte.

    Wollte man ein Diagramm herstellen,

    das alle persnlichen Kontakte der

    Hauptfiguren des intellektuellen Lebens

    im damaligen Wien untereinander

    aufzeichnen wrde, kme diese enge

    Verwobenheit zum Vorschein.

    Beispielsweise ist Gustav Mahler von

    Freud psychoanalytisch behandelt

    worden; Hugo von Hofmannsthal sass in

    den Vorlesungen Ernst Machs zur Philo-

    sophie des Empirico-Kritizismus; Arnold

    Schnberg studierte bei dem Maler

    Richard Gerstl (der dann eine Affaire mit

    Schnbergs Frau hatte); einer der profi-

    liertesten Schriftsteller, der Journalist

    Karl Kraus, war Lehrer des jungen Philo-

    sophen Otto Weininger; und Gustav

    Klimt malte Portrts der Damen der

    Wiener Gesellschaft zum Beispiel von

    Wittgensteins Schwester zum Anlass ihrer

    Verheiratung.

    Mit den Bchern ber Anektoten und

    Geschichten dieser Zeit: von Egon

    Fridell, Anton Kuh, Karl Kraus, Peter

    Altenberg, Robert Musil, Peter Hammer-

    schlag, Max Reinhard, Siegmund Freud,

    Friedrich Torberg etc. lt sich eine

    Bibliothek fllen.

    Die meisten dieser Geschichten und

    Anektoten spielen sich nicht nur in den

    Salons des reichen Brgertums ab,

    sondern auf einer ganz anderen Bhne

    wo man sich traf, um Meinungen auszu-

    tauschen, und Gedankenplne zu

    schmieden - dem Wiener Kaffeehaus.

    In Wien fragte man einen Gesprchs-

    partner nicht nach seiner Wohnadresse,

    sondern: In welches Kaffeehaus gehen

    Sie?

    Wissenschaftlich wurde diese Zeit von

    Gregory Bateson, Allan Janiks, Stephen

    Toulmins und Carl Schorskes unter-

    sucht, wobei alle einhellig zu dem

    Schluss kommen, dass die Hauptstadt

    der Habsburger Monarchie in den Jah-

    ren zwischen 1880 bis 1918 einen einzigarti-

    gen historischen und kulturellen Nexus

    dargestellt hat.

    Gustav Klimt war einer dieser Kondensa-

    tionskerne, der bewirkte, dass eine

    Gruppe sich um ihn scharte, sich aber

    nicht zu einer grsseren Anzahl von

    Einzelpersonen summierte, sondern es

    passierte ein neues gemeinsames

    Vielfaches - ein geniales Ganzes, das

    eben viel mehr war, als die grere

    Anzahl Einzelner.

    Es ist erstaunlich, dass die Ergebnisse

    der Ideen, die im Wechsel zwischen dem

    19. zum 20. Jahrhundert in Wien gedacht

    und formuliert wurden fr das 21. Jahr-

    hundert von so grosser steigender

    Relevanz sind.

    Robert Musil hat es in seinem Jahrhun-

    dertwerk, dem Mann ohne Eigenschaften

    wunderbar beschrieben:

    ...Es ist passiert sagt man dort, wenn

    andere Leute anderswo glaubten, es sei

    wunder was geschehen; das war ein

    eigenartiges, nirgendwo sonst im

    Deutschen oder einer andern Sprache

    vorkommendes Wort, in dessen Hauch

    Tatsachen und Schicksalsschlge

    leicht wurden wie Flaumfedern und

    Gedanken.

    Ja, es war, trotz vielem, was dagegen

    spricht, Kakanien vielleicht doch ein

    Land fr Genies; und wahrscheinlich

    ist es daran auch zugrunde gegangen.

  • 8JOHANN STRAUSS SOHN

    WIEN DIE STADT DER MUSIK LUDVIG V. BEETHOVEN

  • 9FRANZ SCHUBERT

    JOSEPH HAyDN

    WOLFGANG

    AMADEUS MOZART

  • 10

    FRANZ JOSEPH I

    DIE DONAUMONARCHIEDAS STERREICHISCHE

    KAISERPAAR

    KAISERIN SISI

    FRANZ JOSEPH I

  • 11

    ELISABETH ALS VERLOBTEMIT 16 JAHREN

    KAISERIN SISI INKORFU FRANZ JOSEPH I

  • SCHNBRUNN

    12

  • 13

  • 14

    BLICK VOM BELVEDERE

    BALL DER STADT WIEN

    DIE WIENER RINGSTRASSE

    JAHRHUNDERTFEIER

  • 15

    FESTZUG ZUMKAISER JUBILUM

    FALKNER

    WAGNER

    GLASER

    GRTNER

  • 16

    SEHEN

    HREN

    TASTEN

    SCHMECKEN

    RIECHEN

  • 17

    SIRK ECKE

  • 18

    BLICK