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asia pacific 02 I 2015 insight SAARC - Untapped Potentials?
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insight - oav.de · Asia (Afghanistan, Bangladesh, Bhutan, the Maldives, and Nepal), only 5 percent of South Asian countries’ total trade is intra-regional. By way of comparison,

Oct 28, 2019

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  • a s i a p a c i f i c

    02 I 2015

    i n s i gh tSAARC - Untapped Potentials?

  • Ausgabe 2 - Juni 2015

    Inhalt

    KöpfeNeubesetzung im OAV-Beirat 4

    SAARC 6-13

    HintergrundLow Economic Interdependence in a Difficult Regional Environment 6Dr. Sandra Destradi, GIGA Institute ofAsian Studies, analyses the reasons whythe agreement has never taken off.

    HintergrundBangladesh – Linking South and Southeast Asia? 10Dr. Wolfgang-Peter Zingel, South AsiaInstitute of Heidelberg University, confronts the idea of Bangladesh buildinga bridge between South and SoutheastAsia with the reality.

    Blick aus AsienEin neuer Präsident für Sri Lanka –Wie entwickelt sich das Land, welcheChancen gibt es? 12Eine Einschätzung über die Entwick-lungen in Sri Lanka gibt Botschafter Dr. Jürgern Morhard, außerordentlicherund bevollmächtigter Botschafter in Sri Lanka sowie den Malediven.

    HintergrundWirtschaftliche Entwicklung in Asien-Pazifik 2014/2015 14Die grafische Darstellung wirtschaftlicherEntwicklung verdeutlicht die BedeutungAsiens als Wachstumsmotor der Welt-wirtschaft.

    Blick aus AsienMyanmar im Wahljahr 2015 16Aus Myanmar berichtet Alexander Rind-fleisch, SKRK Legal Services Co. Ltd., überdie Entwicklungen sowie das Geschäfts-klima im Wahljahr 2015.

    Blick aus AsienSingapore in the Post-Lee Kuan Yew era 18Dr. Bilveer Singh, National University of Singapore, examines the question of Singapore’s future after the death of thefirst prime minister.

    Hintergrund„Shanghai Cooperation Organisation“:Chinas neue Seidenstraße nach Zentralasien 20Einen sehr interessanten Aspekt der Shanghai Cooperation Organisation stelltProf. Dr. Ralph Wrobel, WestsächsischeHochschule Zwickau, heraus.

    OAV im Bild Eine Auswahl von Veranstaltungen und Reisen aus diesem Jahr 22

    HintergrundGerman Houses and Centres of Research and Innovation 24Two examples of the German govern-ment’s initiative to internationalise science and research are presented by Dr. Alexander P. Hansen, DWIH New Delhi,and Marijke Wahlers, DWIH Tokyo.

    ServiceNeues von den Junioren 26Das Programm für die OAV-Junioren botauch in diesem Halbjahr einige Highlights.

    Service Quer durch Asien-Pazifik 28Buchvorstellungen 29

    Letzte SeiteNeumitglieder 30

    S. 20

    Obwohl meist vom Zukunftskontinent Asienals Ganzem die Rede ist, wird den einzelnenLändern und Teilregionen oft nur sehr selek -tives Interesse entgegengebracht. Gerade diekleineren Staaten Südasiens kommen – vondramatischen Katastrophen abgesehen – inden Schlagzeilen kaum vor. Die VormachtIndien absorbiert nahezu alle Aufmerksam-keit und die Regionalorganisation SAARC ist,anders als der inzwischen geläufige ASEAN-Verband, weithin unbekannt. Die Vernach-lässigung Südasiens hat natürlich nachvoll-ziehbare Gründe: Die Region ist besondersvon Armut geplagt, die harte und weicheInfrastruktur ist häufig desolat und auchinnenpolitisch bestehen viele Unsicherheiten.Dennoch existieren Potenziale und unge-nutzte Möglichkeiten, die ergriffen werdensollten. Zudem wird Südasien auch geopolitisch wei-ter an Relevanz gewinnen. Eine detaillierteBetrachtung der Region ist daher nötig undwünschenswert. Im Heft finden Sie einenArtikel zu den Hintergründen und Perspekti-ven der SAARC. Abgesehen von Pakistan undIndien sind Bangladesch und Sri Lanka diewichtigsten SAARC-Mitglieder, deren aktu-elle Lage eingehend beleuchtet wird. Eineandere, primär auf Zentralasien fokussierteregionale Organisation ist die ShanghaierOrganisation für Zusammenarbeit, die eben-falls vorgestellt wird. Insgesamt wird esimmer wichtiger, die vielfältigen Dynamikenin Gesamtasien zu verfolgen, um angemessenauf sie reagieren zu können. Eine anregendeLektüre wünscht Ihnen …

    03

    S. 16

    Insight Asia-Pacific I

    S. 12

    Schwerpunktthema

    Der OAV –German Asia-Pacific Business Association

    gedenkt mit großer Trauer der Erdbebenopfer in Nepal und spricht den Betroffenen sein tief

    empfundenes Mitgefühl aus.

    Der OAV möchte seine Solidarität zum Ausdruck bringen und unterstützt die Spendenaktion der Hamburger Stiftung

    Asien-Brücke. Wir möchten Sie um Ihre Mithilfe bitten, die Not der Menschen vor Ort zu lindern und mit Ihrer

    Spende den Wiederaufbau der Infrastruktur in den betroffenen Gebieten in Nepal zu ermöglichen.

    Ihre Spende richten Sie mit dem Stichwort „Nepal“ an: Hamburger Stiftung Asien-Bruecke

    IBAN: DE 77 2012 0000 0050 7600 08BIC: BEGODEHH, Berenberg Bank

    Für eine Spendenbescheinigung senden Sie bitte die gewünschte Adresse anfelicitas.kaupp@stiftung-asienbruecke.de

  • I Insight Asia-Pacific04 Insight Asia-Pacific I 05

    Neubesetzungen im OAV-BeiratMit den Neuwahlen des OAV-Präsidiums und -Vorstands gab es auch einige Veränderungen

    im Beirat. Wir gratulieren den neuen Mitgliedern herzlich zu ihrer Berufung und freuen uns

    auf die Kooperation.

    Jürgen Oswald ist seit 2012 Geschäftsführer von Baden-Württemberg International (bw-i). Diese Gesellschaft, diemehrheitlich vom Land Baden-Württemberg getragen wird,hat die Aufgabe, kleinere und mittlere Unternehmen sowieHochschulen und Forschungseinrichtungen bei der Interna-tionalisierung zu unterstützen. Asien ist seit über zwei Jahr-zehnten ein Schwerpunkt der Arbeit von bw-i. „In Nanjinghaben wir ein eigenes Büro, das den südwestdeutschen Fir-men beim Markteintritt in China hilft. Asien-Pazifik ist zudem eine wichtigeZielregion unserer Außenwirtschafts- und Wissenschaftsaktivitäten.“

    Jürgen Oswald

    Simone Pohl ist seit insgesamt 15 Jahren im AHK-Netz-werk tätig. Seit Februar 2015 ist sie die neue Delegierte derDeutschen Wirtschaft in Shanghai und Geschäftsführerinder AHK Greater China Shanghai. Zuvor war sie für neunJahre die Geschäftsführerin der AHK USA-Chicago. DieAHK Greater China ist als Teil des weltweiten AHK-Netz-werkes die Schlüsselorganisation für die Vertretung deut-scher Unternehmerinteressen in China. Mit fünf Standortenund sieben weiteren Büros in Greater China und Deutschland setzt sie sichfür den Ausbau der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen ein.

    Simone Pohl

    Barbara Zollmann ist seit 2014 Geschäftsführerin der AHKKorea. Zuvor war sie u.a. in der AHK Chicago und in derKoordination des AHK-Netzwerkes im DIHK tätig. „Südko-rea hat sich als viertstärkste und hochdynamische Wirt-schaft Asiens etabliert. Deutsche Unternehmen finden inKorea gerade in ihren Kernbranchen wie Kfz, Maschinen-bau, Elektrotechnik und Pharma/Chemie einen attraktivenMarkt vor und tragen mit ihren hoch innovativen Produkten

    und Technologien zum Erfolg koreanischer Firmen bei. Die erfolgreicheKooperation Korea-EU ließe sich durch den Abbau nichttarifärer Handels-hemmnisse sowie R&D-Kooperationen noch wesentlich ausbauen.

    Barbara Zollmann

    Peter Kompalla ist seit Anfang 2015 Geschäftsführer derAHK Philippinen. Zuvor war er - nach Stationen bei derDeutsche Bank AG als Marktanalyst für Zentralasien undbei der IHK Nürnberg im Geschäftsbereich International -für drei Jahre stellvertretender Delegierter der DeutschenWirtschaft in Vietnam. Die Philippinen sind heute eine deram schnellsten wachsenden Wirtschaften Asiens. Ein sehrguter Ausbildungsstand, ausgezeichnete Sprachkenntnisse,Sonderwirtschaftszonen und Förderkonditionen machen das Land zu einemattraktiven Investitionsstandort und Absatzmarkt für deutsche Unternehmen.

    Peter Kompalla

    Prof. Dr. Jörn Dosch hat seit September 2013 den Lehrstuhlfür Internationale Politik und Entwicklungszusammenar-beit der Universität Rostock inne. Seine Asienkenntnissevermittelt er u.a. im in dieser Form in Deutschland einzig-artigen Master-Studiengang „Area Studies“. Zuvor lehrteund forschte er an Hochschulen in den USA, Großbritan-nien und Malaysia. Mit Asien, dabei vor allem Südost-asien, beschäftigt er sich seit fast 30 Jahren und kennt alleASEAN-Staaten aus eigener Anschauung. Prof. Dr. Dosch ist regelmäßig alsGutachter für die Asien-Strategien und Programme der EU tätig.

    Prof. Dr. Jörn Dosch

    Dr. Rainer Seider ist Vorsitzender des Asien-Pazifik-ForumBerlin e.V. (APFB) und Koordinator der Asien-Pazifik-Wochen (APW) in der Berliner Wirtschaftsverwaltung. DasAPFB vernetzt die asiatischen Botschaften mit Hauptstadt-akteuren. Zu seinen wichtigsten Aktivitäten gehören derjährliche Botschaftstag Asien-Pazifik und die APW, die imMai 2015 unter dem Titel „Smart Cities“ zum zehnten Malstattfanden. Seit den ersten APW im Jahre 1997 sind der

    OAV und seine Mitglieder wichtige Partner der APW. „Wir wollen die strate-gische Zusammenarbeit zwischen OAV, APFB und dem Land Berlin weiterintensivieren.“

    Dr. Rainer Seider

    Harald Lux istseit mehr alszehn Jahren imVorstand derDeutsch-Chinesi-schen Wirt-schaftsvereini-gung und seit

    zwei Jahren sein Vorsitzender. Er verbrachte seine gesamteberufliche Laufbahn in verschie-denen Funktionen in der OBIGruppe, zuletzt als Vorsitzenderder Geschäftsführung der Toch-tergesellschaft Emil Lux. Seit seinem Ausscheiden aus demaktiven Berufsleben ist HaraldLux Geschäftsführer der Lux Ver-mögensverwaltung und in diver-sen Beiräten und Aufsichtsrätensowie in mehreren Stiftungenaktiv. Seit 1981 ist er eng mit Chinaverbunden. Zunächst hatte er dieFunktion als Einkaufschef der OBIGruppe inne. Im Anschluss daranwar er bei der Gründung der Ein-kaufsbüros in Hongkong undShanghai sowie ab 1998 bei derEröffnung von insgesamt 14 OBIGeschäften tätig.

    Harald Lux

  • the exception of Afghanistan-Pakistan.Paradoxically, the high degree of cultur -al similarity among South Asian coun-tries might have reinforced mistrust,instead of mitigating it. In fact, smallcountries like Sri Lanka or Bangladesh,whose population (or sections of it) shares a common language with thepopulation of bordering Indian unionstates, have long feared being absorbedby their overwhelmingly dominantneighbor. While fears about potentialIndian expansionism have subsided asIndia has clearly behaved as a ‘satisfied’power in dealing with small regionalcountries, there is still some degree ofmistrust about Indian meddling. As aconsequence, small South Asian coun-tries have welcomed Chinese invest-ments and have started playing Indiaand China out against each other. Arange of Chinese port projects in Paki-stan, Sri Lanka and Bangladesh has, inturn, been perceived by India as a‘string of pearls’ potentially able to‘strangulate’ India by encircling it alongthe Indian Ocean.

    Limited Regional IntegrationOverall, therefore, the South Asianregion is marred by political tensionsthat have emerged out of the asymmet -ric geopolitical setting, unresolved terri-torial disputes, and suspicions resultingfrom past policies. Given the lack of astrong political will to promote regionalintegration, SAARC has never taken off– neither in political nor in economicterms. The consequences are tangible.Trade among South Asian countries isextremely limited. While an agreementfor the creation of a South Asian FreeTrade Area (SAFTA) was signed in 2006and India has unilaterally given duty-free access to its market to the LeastDeveloped Countries (LDCs) of South

    Asia (Afghanistan, Bangladesh, Bhutan,the Maldives, and Nepal), only 5 percentof South Asian countries’ total trade isintra-regional. By way of comparison,among ASEAN countries, 25 percent oftotal trade takes place within the region.While complementarities among SouthAsian economies are limited, expertsagree that there is still huge room forimprovement and the possibility of crea-ting complementarities through appro-priate policy reforms. Among the causesof the limited amount of intra-regionaltrade are long sensitive lists that allcountries have decided to retain. More -over, different types of non-tariff barriersare still in place, especially technicalbarriers to trade, sanitary regulations,quotas, anti-dumping measures andlicense requirements. Just to mention afew examples, India and Sri Lanka havea Free Trade Agreement, but tea andgarment exports from Sri Lanka to Indiacannot be cleared at all ports; in Ban-gladesh, 38 percent of protection isreportedly due to ‘para-tariffs’ like sur-charges and supplementary duties whichdo not fall under the SAFTA definitionof tariffs; and in Sri Lanka, the importof spices and tea is prohibited. In orderto facilitate trade, it would be alsonecessary to reduce the volume of docu-mentation required to obtain clearances,to introduce modern customs proceduressupported by information technology,and to increase the transparency ofexport and import requirements.As far as services are concerned,

    the South Asian countries signed theSAARC Agreement on Trade in Servicesin 2010, after several years of negotia -tions. However, also in this case imple-mentation is lagging behind. Intra-regional FDI is still extremely limited,even though South Asian countries havepartially opened their markets to FDI

    Insight Asia-Pacific I 07

    South Asia displays the greatest eco-nomic potential and, at the same time,the most formidable challenges forinvestment and trade among the worldregions. Most countries in this regionare, to different degrees, still strugglingwith poverty and domestic instability aswell as with the challenges posed bypoor infrastructure and corruption. Atthe same time, they are potentiallyinteresting destinations for FDI and,being home to one fifth of the world’spopulation, they also constitute a hugemarket for exports.Among the many sources of South

    Asia’s untapped potential is its lowdegree of regional cooperation. In polit -ical and economic terms, in fact, SouthAsia is the least integrated region of theworld.

    The South Asian Association forRegional CooperationThe main regional organization inSouth Asia, the South Asian Associationfor Regional Cooperation (SAARC),comprises India, Pakistan, Sri Lanka,

    Nepal, Bangladesh, Bhutan, the Mal-dives and, since 2007, Afghanistan. Itwas founded in 1985 with the aim ofenhancing cooperation among regionalstates, but it never moved beyondextremely shallow forms of institution -alization. The driving forces behind theformation of SAARC were the smallercountries in the region: the governmentof Bangladesh took the initiative, theorganization’s headquarters were established in Kathmandu, Nepal, andsome of the region’s small states calledfor a deepen ing of regional integration.However, the tense security situation inthe region, and especially the long-stand ing conflict between India andPakistan over Kashmir ultimately led tothe inclusion in the SAARC Charter of aformulation that bans ‘political andcontentious issues’ from the organiza-tion’s agenda. This formulation, which defacto emasculates SAARC as a politicalorganization, was strongly favored byIndia. New Delhi was opposed to anykind of collective security cooperationin the region. Moreover, India rather

    explicitly slowed down the process ofregional integration and pushed for theinclusion in the SAARC charter of theunanimity principle for decision making.While these preferences reflected thevalue that India generally attached tothe principle of sovereignty in foreignpolicy making, they were also clearlyrelated to New Delhi’s fear of being limited in its room to maneuver by itssmaller regional neighbors. The resulting tension and mistrust

    among South Asian countries has continued to date and still hampersregion al cooperation. Besides the rivalrybetween nuclear-armed India and Pa-k istan, most of the smaller SAARCcountries are suspicious of India. This isdue to historical memories about Indianmeddling in their internal affairs in the1980s, but also to the very geopoliticalsetting of South Asia. India accounts forover 70 percent of the region’s geo-graphical area and population, and iscentrally located in a hub-and-spokessetting, in which none of the smallerregional countries borders another, with

    I Insight Asia-Pacific06

    Schwerpunktthema

    Low Economic Interdependence in aDifficult Regional Environment While the Indian economy has developed positively since 2014, its success has failed to spill

    over to the whole South Asian region. South Asia is the world region with the greatest

    untapped potential in terms of intra-regional trade and regional cooperation.

    Dr. Sandra Destradi is a Senior Research Fellow at the GIGA Institute of Asian Studiesin Hamburg (currently on leave) and a JeanMonnet Fellow at the European UniversityInstitute in Florence (academic year 2014-15). Her research focuses on rising regionalpowers in international politics, and particularly on India and South Asia.

    BIP (%) BIP pro Kopf (US-Dollar)2014: 6,4 2.7302015: 7,6 2.884 (Quelle: IMF)

    Der überraschende Wahlsieg der vormaligen OppositionsparteiPeople’s Democratic Party (PDP) unter Tshering Togbay im Juli2013 brachte den ersten Regierungswechsel nach dem ÜbergangBhutans zu einer konstitutionellen Monarchie. Herausforderungender amtierenden Regierung bleiben die Integration der Nepali-sprechenden Minderheit im Süden des Landes, die Schaffungeines unabhängigen und effizienten Justizsystems, Freiheit derMedien und Toleranz gegenüber nicht-buddhistischen Bevölke-rungsgruppen. Außenpolitisch bemüht man sich um gute Bezie-hungen insbesondere zu China und Indien.

    In den vergangenen Jahren hat Bhutan das Konzept der Gross Natio-nal Happiness (GNH) als Alternative zum Gross Domestic Product (GDP) als Maßstab zur Beurteilung wirtschaftlicher undsozialer Entwicklung erfolgreich vorangetrieben. Der aktuelle Fünf-Jahres-Plan (2013-2018) baut auf den vier Kernelementen derGNH auf (gerechte und nachhaltige sozio-ökonomische Entwicklung,gerechte und nachhaltige Werte, Bewahrung der natürlichen Umwelt,gute Regierungsführung). Das angestrebte Wirtschaftswachstumhängt vor allem an der termingerechten Fertigstellung von zehn Wasserkraftwerken, da der Energieexport die hauptsäch liche Stützeder Außenwirtschaft darstellt. (Quelle: Wirtschaftshandbuch 2014/2015)

    Bhutan

  • Insight Asia-Pacific I 09I Insight Asia-Pacific08

    since the 1990s. Of total cumulated FDIinflows into the South Asian region overthe past three decades, only 5 percentwere intra-regional. Among the main problems hamper -

    ing regional economic cooperation isthe limited connectivity among SouthAsian countries. Paradoxically, in manycases South Asian borders are porous,allowing for undocumented migration,for cross-border activities of rebel andterrorist groups (for example in the bor-der areas of Pakistan and Afghanistan)and for all sorts of smuggling – while atthe same time formal borders are highlyimpermeable. Visa regimes are tough,making people-to-people and commer-cial exchanges difficult among SouthAsian countries – despite the huge cul-tural similarities among them. For themovement of goods, border crossingsare frequently dysfunctional and notadequately equipped to handle thenecessary volume of traffic, thereby leading to long delays in cross-bordertrade. Storage facilities, for example at the India-Bangladesh border, are inadequate.More generally, cross-border infra-

    structure connecting South Asian countries is still extremely poor. Forexample, only few cross-border trainconnections exist among the countriesof South Asia. After having been dis-rupted for over four decades, a trainservice linking Bangladesh’s capitalDhaka to the Indian city of Kolkata inWest Bengal restarted only in 2008.Recently, the Indian and Bangladeshigovernments commissioned a feasibilitystudy for a railway link between theIndian north-eastern state of Tripuraand the city of Chittagong in Bangla-desh. The Indo-Ceylon express, whichconnected the southern Indian state ofTamil Nadu to Sri Lanka, has not been

    operational since 1964. After the end ofthe civil war in Sri Lanka in 2009, ferryconnections between Sri Lanka andIndia restarted only in 2012 and weresuspended after few months. Onlyrecently, some plans to restart the ferryservice have come up. Road infrastruc-ture is poor as well. As a consequence,a container would not be transportedfrom Delhi to Dhaka via the land routethrough Kolkata – it would, instead, beshipped all around the Indian subconti-nent, taking around 35 days to reach itsdestination. Paradoxically, most intra- regional trade takes place along maritime routes – for example, India-Pakistan trade takes largely place viaDubai or Singapore. In sum, SAARC has failed to take off

    due to political tensions, and this hashad huge implications for the integra-tion of the South Asian region as awhole. Despite very close cultural relations, we have a range of countriesseparated by nearly insurmountablebureaucratic and infrastructural barriers. This makes South Asia asomewhat ‘insular’ sub-region, especial -ly if compared to the much more integrated ASEAN region. Against thebackdrop of the several ‘Silk Roads’ thathave been developing over the pastyears – strongly driven, among others,by China – the South Asian region risksbeing further sidelined and isolatedfrom major worldwide economic flows.

    The Road AheadOn a more positive note, however, thelow degree of regional integration thatwe currently observe in South Asiabears huge potential for improvement.If the governments of regional countrieswere able to overcome their politicalanimosities, the region could transforminto a thriving economic environment.

    After all, with an annual average GDPgrowth rate of 6.9 percent during thedecade 2000-10 and an estimatedgrowth of 5.5 percent in 2014 (after a10-year low of 4.9 percent in 2013 –World Bank data), South Asia is alreadyone of the most dynamic regions in theworld. Accord ing to a World Bankreport, South Asia was even the fastest-growing region in the world in the lastquarter of 2014.A greater economic integration will

    allow for potentially beneficial spill-over effects from the Indian economy to those of smaller regional countries,making India not just an asymmetri-cally dominant neighbor, but an engineof growth for the whole region. In political terms, there could hardly

    be a better moment for substantialchange. Over the past two years, elec-tions in several South Asian countrieshave brought to power new govern-ments potentially more willing tocooperate. India’s new prime minister,Narendra Modi, has declaredly made theimprovement of relations with SouthAsian countries one of his foreignpolicy priorities. When he came intooffice in May 2014, Modi made agesture that would be insignificant inother regions, but was almost revolution -ary in South Asia: he invited all headsof state and government of the SouthAsian countries to his inauguration as aPrime Minister. Modi’s visit to Nepal inAugust 2014 was the first visit by anIndian prime minister to that country in17 years – a rather long period ofneglect for two countries that declaredlyhave a special relationship. In 2015, thenew Indian Foreign Secretary travelledextensively to the neighboring coun-tries, indicating a further increased wil-lingness on the part of New Delhi tointeract with them. Beyond these diplo-

    matic initiatives, moreover, some con-crete steps have been taken that areindicative of new efforts to improveconnectivity. For example, India andBangladesh are planning to expandtheir cross-border electricity transmis-sion line, while India and Bhutanagreed in 2014 that they would deepentheir trade and energy connectivity. Inthe context of the SAARC, the SAARCFramework Agreement for EnergyCooperation (Electricity) was signed atthe latest Summit meeting held in Kath-mandu in November 2014. However,despite existing goodwill, problemsremain in place. For example, disagree-ments between Pakistan and Indiaduring the 2014 SAARC Summit made itimpossible to conclude two furtherbadly needed agreements, on vehiculartraffic facilitation and railway connec -tivity, respectively. Moreover, the domes -

    tic political situation in several SouthAsian countries remains volatile. Bangladesh continues to be plagued bysevere political unrest; Afghanistan is inthe midst of a delicate phase of politicaltransition and will need to get increas -ingly independent in the managementof its own security; Nepal will have tostruggle with the consequences of adevastating earthquake that hit it inApril 2015; civil-military relations inPakistan will continue to play a majorrole in shaping the tense relationshipwith India. To conclude, while there is some

    hope for improvement in regionalcooperation among South Asian coun-tries, deep mistrust and long-heldmutual suspicions will require a longtime to dissipate. For deeper integrationin the South Asian region, the roadahead will be long.

    Schwerpunktthema

    BIP (%) BIP pro Kopf (US-Dollar)2014: 5,5 6992015: 5,0 763 (Quelle: IMF)

    Nach den freien und fairen Wahlen am 19. November 2013 regierenseit Mitte März 2014 unter Premierminister Sushil Koirala derNepali Kongress und die Kommunistische Partei Nepals das Land. Die Regierung konntedas Mandat, bis Januar 2015 die Verfassung zu verabschieden, aufgrund der WiderständeSeitens der Maoisten und deren Verbündeten nicht erfüllen. Außenpolitisch hat sich dasbisher schwierige Verhältnis zu Indien durch den Staatsbesuch des indischen Premiermi-nisters Anfang August 2014 verbessert. China, Nepals zweitwichtigster bilateraler Partner,hat seine Entwicklungszusammenarbeit mit Nepal mit der Sicherheitspolitik in Tibet ver-knüpft.Die erfolgreichen Wahlen im November 2013 waren das lang erwartete positive Signal fürdie Wirtschaft. Seit Anfang 2014 kommt es wieder zu Geschäfts- und Investitionsanfragenausländischer Geschäftsleute. Der Mangel an politischen Programmen verursacht jedocheinen immensen Reformstau. Das Ziel der Regierung ist es, Nepal bis 2022 von einem „amwenigsten entwickelten Land“ in ein Entwicklungsland zu verwandeln.Infolge der Erdbebenkatastrophe im April 2015, die über 8.000 Menschen das Leben kos-tete, befindet sich das Land im Ausnahmezustand. (Quelle: Wirtschaftshandbuch 2014/2015)

    Nepal

  • The ‘test case of development’ hasbeen listed by Goldman Sachs amongthe ‘Next Eleven’. It took the first thirtyyears of independence (1971) to reachlevels of consumption (per capita) ofpre-independence days. Now the coun-try is praised to have pulled ahead ofIndia measured by some socioeconomicindicators, although its nominal GNI perperson at 1,010 US$ (World Bank, 2013)is still much lower. The economic suc-cess has three sources: First: Agricul -tural production, especially of rice,increased to levels that would allowself-sufficiency in food-grains on pre-independence levels. Food supply at 2,450 Kcal per head and day (2013,FAO) reached Indian levels. Second: Thecountry has become a leading exporterof clothing, earning 24 bn US$ in 2013(WTO), less only than China and theEuropean Union. Third: Personal remit-tances (2013: 14 bn US$, World Bank)of the millions of workers abroad reachall parts of the country and allow apositive balance of current accounts(2013: 2.4 bn US$, World Bank). Since 1991 Bangladesh has a demo-

    c ratically elected government. It is a rare case of a predominantly Muslimcountry, where coeducation is the rule.Technical assistance is still needed,while net aid is only a small fraction ofremittances now. However, poor labourconditions are damaging Bangladesh’sreputation: In 2013 Rana Plaza, a gar-ments factory, collapsed and 1,129mostly female workers were killed.Bangladesh is a founder member of

    the World Trade Organization. Concernsthat China’s joining the WTO would beat the loss of Bangladesh turned out tobe unfounded. Not only that Bangla-desh has a cost advantage in this labourintensive industry, it also has beenbenefiting from the fact that major

    importers avoid being over-dependenton just one source. Bangladeshis are proud that their

    President Zia ur Rahman was the spiritus rector of SAARC. Four yearsbefore it was formally established, hemanaged to assemble the foreign ministers of India, Pakistan, Sri Lanka,Nepal, Bhutan and the Maldives inColombo 1981 to discuss the idea of aregional cooperation. Bangladesh wasstill struggling to recover from decadesof neglect by Pakistan, the worstcyclone of the century and a bloodyindependence war. Hundreds of thou-sands had been killed or perished. Millions of refugees returning fromneighbouring India had to be accommo-dated. Foreign assistance, crucial duringthe first years, was limited and mainlycoming from international organiza -tions. The whole infrastructure had to bereconstructed. Foreign exchange wasscarce. Jute, the golden fibre, was theonly major export good and was losingimportance. Only India had supportedthe freedom movement, backed by theSoviet Union. The famine of 1974, caused by bad harvest, withdrawal offood aid and poor management furtherdestabilized the government. In 1975 theFather of Independence, President Mujibur Rahman and most of his family weremurdered in a military coup that endedthe close relationship with India and thesocialist economic policy of the govern-ment. At the Islamic Summit in Lahorein 1974 Pakistan had recognized Bangladesh’s independence; the UnitedStates, China and finally Saudi Arabiaestablished economic relations. Officiallythe country is still a People’s Republic, ifonly to avoid a discussion of making itan Islamic Republic. In the 1980s the idea of regional

    cooperation was thriving all over the

    world. As Pakistan’s eastern ‘wing’, theProvince of East Pakistan had been amember of RCD, the Regional Coopera-tion for Development, together withIran and Turkey. After independence,Bangladesh was looking for partnersbeyond India, but ASEAN was not readyto welcome any South Asian state.Thus, the idea of a South Asian coope-ration was developed.

    Bangladesh –

    bridge between South

    and South East Asia

    Some hopes were set in the fact thatBangladesh, bordering India and Myan-mar, could serve as a link between South and Southeast Asia. However, the‘Albania of Asia’ was under the rule of acommunist army junta and an interna-tional pariah. Only after some politicalreforms, it was granted ASEAN member-ship in 1997. Relations are still not easy.The reason: After independence in 1948,Myanmar, then Burma, drove out thehundreds of thousands of Indians thathad been brought in by the colonialpower. In 1962 the army took over andclosed all borders. Muslim Rohingyaswere denied citizenship in the SocialistRepublic of the Union of Myanmar andwere evicted in several waves, i.e. in thelate 1970s, early 1990s and recently.Hundreds of thousands have been crammed in refugee camps in the south -eastern corner of Bangladesh.Relations with India are even more

    difficult: In 1947 East Pakistan hadbeen carved out of British India’s Ben-gal and Assam Provinces and in the fol-

    Insight Asia-Pacific I 11I Insight Asia-Pacific10

    lowing years millions of Hindus weredriven out, while an equal number ofMuslim refugees from India had to beaccommodated. The border remainedopen until the 1965 Indo-Pakistan War.Since then the ‘seven sisters’, i.e theIndian states of Assam, Arunachal Pradesh, Nagaland, Manipur, Mizoram, Tripura and Meghalaya can be reachedfrom ‘mainland’ India only through the‘chicken neck’, i.e. the small corridornorth of Bangladesh, which means adetour of a thousand kilometres andmore. As the upper riparian India con-trols the water of almost all rivers. Ithas built a barrage across the Ganges atFarakka and diverts its water into theHoogly in order to keep Kolkata’s riverfrom drying up. Even more damaging isthat India is using so much water forirrigation that less and less is arrivingin Bangladesh when it is most neededfor irrigation.Cooperation with both neighbours

    has been consistently poor, mostly forpolitical and strategic reasons: Anyconcessions are treated as sell-out ofnational interests. A gas pipeline fromMyanmar to India could not materialize,despite the fact that it would have earned royalties. Plans to export naturalgas from Bangladesh to India were alsoshot down. But in June 2015 Bangla-desh and India agreed to exchange themany tiny enclaves on both sides of theborder. The bus from Kolkata to Dhakawill be extended to Agartala in Tripura,a new line will ply between Dhaka andGuwahati in Assam. More transportagreements are under discussion. Indian transit, even if controlled by

    Bangladesh, is opposed, because Chinamight would object any easier move-ment of material and troops to theNortheast, where Arunachal Pradesh isclaimed by China as Southern Tibet.

    A New Silk Route is to connectChina with West Asia and Europe.Pakistan, India and Myanmar couldprovide access to the Indian Ocean. In2015 China signed a series of agree-ments with Pakistan to invest 46 bnUS$ in an Economic Corridor fromXinjiang to Gwadar on the ArabianSea. I s building railway lines up to theIndian border and has laid pipelines foroil and gas across Myanmar. Plans of arailway have been suspended afterrising Western influence in Myanmar.That China is lining up Chittagong onits String of Pearls (ports) is irritatingIndia. Hopes for a direct link appear tobe unfounded, as either India or Myan-mar has to be crossed first. It is diffi-cult to see, how this would be anymore economic than using any port inMyanmar.The main drawback is governance:

    Highly personalized politics thrive on a‘winner-takes-all’ mentality and block-ages: The leaders of the two main par-ties are the daughter of the Father ofthe Nation and the widow of a warhero and former president. The rulingAwami League is more secular, liberaland leaning towards India as comparedto the more nationalist and Islamic,China leaning BNP. Only recently, col-laborators in the War of Independenceand the murderers of the Father of theNation have been brought to court andindicted. Among them are leaders ofthe Islamist parties that had sided withPakistan.Fears that the whole area in the

    northeast of the subcontinent mightbecome a major international flash -point have been around for decades.They may be exaggerated, but diminishthe chances of Bangladesh developinginto a bridge between South and South -east Asia in the near future.

    Schwerpunktthema

    Bangladesh – Linking South and Southeast Asia?Bangladesh, the erstwhile ‘basket case’, has turned into a miracle: economically, socially and

    politically. Bilateral trade with India is limited and dominated by imports, certainly not boosted by

    SAARC. Relations with Myanmar, the other neighbour, are as bad. That Bangladesh would become a

    bridge between South and Southeast Asia is a popular idea, but not supported by the realities on

    the ground.

    Dr. Wolfgang-Peter Zingel, South AsiaInstitute of Heidelberg University, Depart-ment of Development Economics, worked inthe fields of agricultural, applied, develop-ment and regional economics. His mainfocus is on South Asian countries andSAARC.

    www.sai.uni-heidelberg.de/abt/intwep/zingel/

    h93@ix.urz.uni-heidelberg.de

  • Insight Asia-Pacific I 13

    Blick aus Asien

    I Insight Asia-Pacific12

    Schwerpunktthema

    Botschafter Dr. Jürgen Morhard ist seit2012 außerordentlicher und bevollmäch-tigter Botschafter in Sri Lanka sowie denMalediven.

    Ein neuer Präsident für Sri Lanka – Wie entwickelt sich das Land, welcheChancen gibt es?Der überraschende Regierungswechsel hat einen politischen Neustart ermöglicht. Präsident

    Sirisena will das Land demokratischer gestalten und die Versöhnung der verschiedenen Bevöl-

    kerungsgruppen vorantreiben. Neue Perspektiven öffnen sich.

    abgeschafft werden. Stattdessen soll eseinen offenen und transparenten Wettbe-werb geben, an dem Anbieter aus allenLändern gleichberechtigt teilnehmen sol-len. Für deutsche Produkte und Dienst-leistungen, die auch in Sri Lanka für ihrehochwertige Qualität geschätzt werden,wird damit die Attraktivität des Wirt-schaftsstandorts Sri Lanka zunehmen.Die Regierung ist dabei, die wirt-

    schaftliche Ausrichtung des Landes neuzu definieren. Es gilt zudem, einzelneHindernisse aus dem Weg zu räumen,wie z.B. das für Ausländer und auslän-dische Unternehmen seit Ende 2014bestehende Verbot, Grundbesitz in SriLanka zu erwerben.

    Politische ÖffnungDie sri-lankische Außenpolitik wurdeneu ausgerichtet. Zunehmend war dieAußenpolitik sehr stark auf China aus-gerichtet, das Sri Lanka bei zahlreichenGroßprojekten unterstützte und in denletzten Jahren zum größten ausländi-schen Geldgeber aufgestiegen ist. SeitAnfang des Jahres öffnet sich Sri Lankawieder der „westlichen Staatenwelt“,darunter die EU. Stellvertretend dafürstehen die Reisen von AußenministerSamaraweera nach Brüssel, Washingtonund Berlin im 1. Halbjahr 2015.

    Bilaterale BeziehungenAus deutscher Sicht begrüßen wir dieneuen Impulse für die politische undwirtschaftliche Zusammenarbeit zwi-schen unseren Ländern. Mitte Mai 2015begrüßte Außenminister Frank-WalterSteinmeier seinen sri-lankischen Amts-kollegen im Auswärtigen Amt als einender „Architekten des Wandels in SriLanka“ und sicherte Sri Lanka dieUnterstützung Deutschlands zu. Aufeiner Veranstaltung der Deutsch-Indi-schen Handelskammer in Mumbai warb

    der stellvertretende Minister für Investi-tionsförderung, Eran Wickramaratne,bei dem von sehr vielen deutschenUnternehmern besuchten „Founder’sDay“ für deutsche Investitionen in SriLanka.Sri Lanka ist mit einem durchschnitt-

    lichen Wirtschaftswachstum von 7,0Prozent in den letzten Jahren undeinem BIP von 71,6 Milliarden US-Dol-lar im Jahr 2014, einer modernen Infra-struktur und seiner hervorragendengeographischen Lage in der Region eininteressanter Standort für ausländischeUnternehmen. Zahlreiche deutsche Unternehmen

    sind schon vor Ort. Es bleibt zu hoffen,dass weitere Unternehmen Standortvor-teile und Marktchancen erkennen undfolgen. Die Deutsche Botschaft inColombo sowie die Deutsche Handels-kammer in Mumbai stehen alsAnsprechpartner zur Verfügung undbieten Unterstützung an.

    Fazit:Sri Lanka hat seit Anfang des Jahreseine gleichermaßen dynamische wieerfreuliche politische Entwicklunggenommen. Wichtige Fortschritte sinderzielt, insbesondere die Demokratiewurde nachhaltig gestärkt. Die Sri Lan-ker begrüßen die neuen Entwicklungen.Es gibt gute Aussichten, dass derbegonnene Weg auch nach den balderwarteten Parlamentswahlen weiterbeschritten wird. Die politischen undwirtschaftlichen Perspektiven dürftensich weiter verbessern. Und für Deutsch-land und seine Unternehmen dürfte SriLanka ein noch interessanterer Partnerwerden.

    Bei den vorgezogenen Neuwahlenam 8. Januar 2015 hat sich der Opposi-tionskandidat Maithripala Sirisenaüberraschend gegen den amtierendenPräsidenten Mahinda Rajapaksa mit51,28 Prozent der Wählerstimmendurchgesetzt. Die hohe Wahlbeteiligungvon 81,52 Prozent sowie die friedlicheAmtsübergabe waren ein klarer Belegfür die Stärke der Demokratie in SriLanka. Wahlsieger Sirisena war zuvorlangjähriger Generalsekretär in derPartei seines Amtsvorgängers und tratüberraschend für das Oppositionsbünd-nis New Democratic Front (NDF) an.Die Mehrheit der Bevölkerung

    wünschte sich einen Wechsel. Und dieNDF mit dem Kandidaten Sirisenastanden und stehen für einen Wandelder politischen Kultur. Gute Regie-rungsführung und Transparenz sindzentrale Ziele ihres 100-Tage-Pro-gramms. Die dominante Stellung des„exekutiven Präsidenten“ sollegeschwächt, echte Gewaltenteilung undein System aus „checks and balances“durch eine Verfassungsreform wieder-hergestellt werden. Obwohl es nichtmöglich war, den Wünschen allergerecht zu werden, hat die Regierungbereits in den ersten fünf Monatenwichtige und substantielle Fortschritteerzielt.

    Aktive Vergangenheitsbewältigung und Dialog mit den Vereinten NationenPräsident Sirisena hat wiederholt dieNotwendigkeit ausgesprochen, dennationalen Versöhnungsprozess voran-zutreiben. Der Regierung müsse esgelingen, die Herzen und Gedanken(„hearts and minds“) der Bevölkerungzusammenzuführen. Dafür sei eine ehr-liche Aufklärung der Vergangenheiterforderlich. Nur so sei Versöhnungmöglich. Und die erfolgreiche Versöh-

    nung sei Voraussetzung für die weitereEntwicklung des Landes.Den meisten Sri Lankern ist bewusst,

    dass die Wiederversöhnung aktivbetrieben werden muss. Dies ist abernicht einfach. Der 30-jährige Bürger-krieg hat viele Wunden hinterlassen.Fast jeder Sri Lanker hat Freunde oderVerwandte, die dieser blutigen Ausei -nandersetzung zum Opfer gefallen sind.Daher ist es eine verantwortungsvolleund schwierige Aufgabe, die Vergan-genheitsbewältigung einzuleiten.Die neue Regierung sucht dabei

    auch den Dialog mit der internationa-len Staatengemeinschaft. Mit ihreroffenen und ehrlichen, mitunter selbst-kritischen Argumentation ist es ihrgelungen, sich innerhalb kürzester Zeiteinen Vertrauensvorschuss zu erarbei-ten. Sicher auch aus diesem Grund hatder UN-Menschenrechtsrat entschie-den, die ursprünglich für März 2015vorgesehene Veröffentlichung des UN-Berichts zu mutmaßlichen Kriegsver-brechen im Bürgerkrieg auf September2015 zu verschieben. Bis dahin mussSri Lanka aber zählbare und glaubwür-dige eigene Fortschritte vorweisenkönnen. Am wichtigsten wird es sein,die Grundlage für einen glaubhafteninnerstaatlichen Mechanismus zurAufarbeitung mutmaßlicher Kriegsver-brechen zu legen. Dabei muss es gelin-gen, den Erwartungen und Bedenkender Bevölkerungsgruppen gerecht zuwerden.Handlungs- und Reformbedarf gab es

    aber auch in anderen Bereichen:

    Effektive GewaltenteilungEin Kernstück des 100-Tage-Programmswar die Verfassungsreform. Sie sollteeine effektive Gewaltenteilung sicher-stellen. Am 28. April 2015 stimmten 212der insgesamt 225 Abgeordneten für die

    Verfassungsänderung. Damit werden dieunabhängigen Kommissionen wieder-hergestellt und in die Lage versetzt, dasdemokratische Gleichgewicht zu über-wachen. Die Stellung des Präsidentenwurde geschwächt: Nach zwei Amtszei-ten muss er nun abtreten und ist nichtmehr wählbar. Zudem wurde ihm dieMöglichkeit genommen, das Parlamentschon ein Jahr nach dessen Wahl wiederaufzulösen.

    GrundrechteMit Amtsantritt der neuen Regierunghat sich die politische Kultur im Landschlagartig verändert. Es gibt wiederRaum für einen öffentlichen und politi-schen Diskurs. Zeitungen dürfen regie-rungskritische und einzelneVerantwortungsträger betreffende Bei-träge veröffentlichen, ohne Repressalienbefürchten zu müssen. Neben der Pres-sefreiheit sind auch Meinungs- und Ver-sammlungsfreiheit wieder hergestellt.Ausländische Journalisten sind wiederwillkommen. Die Zivilgesellschaft kannungestört arbeiten, die zuvor vorhan-dene Überwachung und Kontrolle istweggefallen.

    WirtschaftDie neue Regierung wirbt mit guterRegierungsführung und Transparenz. ImZuge der Verfassungsreform wurde derInformationsfreiheit („Right to informa-tion“) Verfassungsrang eingeräumt –das zur Umsetzung erforderliche Gesetzhat die Regierung noch nicht verab-schiedet. Von der Vorgängerregierungvergebene Großprojekte werden auf ihreRechtmäßigkeit überprüft. Dabei wirdinsbesondere untersucht, ob Vergabe-vorschriften eingehalten wurden. Die von der Vorgängerregierung prak-

    tizierte Auftragsvergabe ohne Ausschrei-bung („unsolicited tender“) soll

    www.colombo.diplo.de

  • Insight Asia-Pacific I 15

    Wirtschaftliche Entwicklung in Asien-Pazifik 2014/2015 Asien bleibt mittelfristig der Wachstumsmotor der Weltwirtschaft. Laut Prognosen des

    IMF wird die Region Asien-Pazifik 2015 um durchschnittlich 5,6 Prozent zulegen

    (2014: 5,6 Prozent). Sinkende, aber zugleich nachhaltigere Wachstumsraten in China werden

    dabei durch den niedrigen Ölpreis sowie steigenden Binnenkonsum in den meisten asiatischen

    Volkswirtschaften kompensiert.

    +7,4 +6,8

    +7,2 +7,5

    +0,7 +3,7

    +6,0 +6,0

    +6,0 +4,8

    +5,0 +5,2

    +3,2 +2,9

    +2,7 +2,8

    +2,9 +3,0

    +6,1 +6,5

    +2,3 +2,8

    +3,7 +3,8

    -0,1 +1,0

    +3,3 +3,37.589 8.154

    1.627 1.808

    5.445 5.612

    2.053 2.233

    10.804 10.654

    43.837 42.017

    3.534 3.511

    2.865 3.037

    61.219 52.454

    56.319 53.604

    39.871 42.437

    22.598 22.464

    28.101 28.338

    36.332 33.223

    Asien 2015 – Prognose BIP pro Kopf

    Quelle: IMF, World Economic Outlook, April 2015

    BIP pro Kopf (in USD) 2014

    BIP pro Kopf Prognose (in USD) 2015

    Asien 2015 – Prognose BIP Wachstum

    BIP Wachstum (in %) 2014

    BIP Wachstumsprognose (in %) 2015

    Auf Anfrage stellen wir Ihnen die Über-sicht gerne in elektronischer Fassung zurVerfügung. Kontakt: Norman Langbecker,langbecker@oav.de

    I Insight Asia-Pacific14

  • Insight Asia-Pacific I 17

    Blick aus Asien

    Myanmar im Wahljahr 2015In Folge der politischen Öffnung des Jahres 2011 erlebte Myanmar eine Phase der Euphorie bis

    der Reformprozess ins Stocken geriet und auf mancher Seite gewisse Ernüchterung auslöste.

    Alte und neue Konflikte keimten auf. Rückschritte im Bereich der Pressefreiheit erzeugten

    Zweifel an der Demokratisierung. Dennoch sind viele ausländische Unternehmen bereits jetzt

    unbeirrt erfolgreich im Lande tätig. Was hat sich vor Ort getan und wie ist das Businessklima

    im Wahljahr 2015?

    I Insight Asia-Pacific16

    men wird. Sie zeugen andererseits voneinem stürmischen Wahljahr in dem ver-schiedene gesellschaftliche Gruppen undethnische Minderheiten nach mehr poli-tischer Teilhabe streben.Präsident Thein Sein, der nach einem

    fulminanten Start von vielen Seiten für das Stocken des Reformprozessesmitverantwortlich gemacht wird, wurde bisher von der Regierungspartei keinVertrauen für eine zweite Amtszeit aus-gesprochen. Auch für Friedensnobel-preisträgerin und OppositionsführerinAung San Suu Kyi stehen die Chancenbisher wenig aussichtsreich. Der vonihrem Vater nach der Kolonialzeit zumSchutze vor Fremdherrschaft implemen-tierte Passus in der Verfassung, dessenÄnderung erst kürzlich vom Parlamentabgelehnt wurde, versperrt ihr nach wievor den Weg zum Präsidialamt. Diesersieht vor, dass Personen mit direktenAngehörigen, die eine ausländischeStaatsbürgerschaft besitzen, nicht Präsi-dent werden können. Durch die Vermei-dung heikler innenpolitischer Themenhat „the Lady” ohnehin viel Sympathieund Unterstützung in der Bevölkerungverloren. Der Ausgang der Wahl ist der-zeit noch völlig offen.Es ist jedoch davon auszugehen, dass

    das Ergebnis der Wahl keinen fundamen-talen Wandel im langfristig angelegtenund von allen Seiten gewünschtenReformprozess verursachen wird. Viel-mehr ist zu erwarten, dass die Wahlwünschenswerterweise einen frischenWind in die Segel des Reformprozessesblasen und einen weiteren Schritt zurStabilität des Landes bringen wird.So ist zwar im Wahljahr nicht

    unbedingt mit der Umsetzung weiterergroßer Reformen zu rechnen, jedochwerden viele wichtige Schritte bereitsvorbereitet. Neben der angestrebten Ver-fassungsänderung in der kommenden

    Legis laturperiode sind die grundlegendeReform des Unternehmensgesetzes sowiedie Zusammenführung der beiden Inves -titionsgesetze schon im Gange. Dieersten Entwürfe werden bereits öffentlichund unter Mitwirkung der verschiedenenInteressenvertreter diskutiert. Myanmar bewegt sich im landestypi-

    schen Tempo mit zwei Schritten vorausund einem zurück. Dem geneigten Unter-nehmer sollten neben seiner Vision, diegroßartigen Chancen in Myanmar zunutzen, sicherlich auch Geduld und Ausdauer zu Eigen sein. Kreativität imUmgang mit unerwarteten Schwierig -keiten und gelassene Beharrlichkeit beider Verfolgung der Ziele sind ebensowichtig wie eine sorgfältige Planung desgeschäftlichen Vorhabens. Es sollte beijedem Vorhaben noch etwas Platz gelas-sen werden, Unvorhergesehenes mitein-zukalkulieren. Das extreme Wetter derRegenzeit zum Beispiel oder aber auchdie Hitze im myanmarischen Sommerkann für Mensch und Maschine aus mitteleuropäischen Gefilden schnell zurungeahnten Herausforderung werden.Aufgrund der sich rasch wandelnden

    Voraussetzungen und Regularien, sowieder exotischen, landestypischen Beson-derheiten ist zu empfehlen, sich Unter-stützung vor Ort zu holen. In Yangonansässige Rechtsanwaltskanzleien können für die genaue Planung undUmsetzung einer Unternehmung inMyanmar konsultiert werden. LokaleGeschäftspartner und Kontakte lassensich mit Unterstützung des Delegierten-büros der Deutschen Wirtschaft in Yangon und durch die neugegründeteund gerade erst im Mai eröffnete GermanMyanmar Business Chamber (GMBC) fin-den. Für deutsche Unternehmen stehenverlässliche Anlaufstellen im Lande zurVerfügung, um die wichtigen erstenSchritte erfolgreich umzusetzen.

    Geht man dieser Tage durch Yangon,erkennt man im Vergleich zu vor nichtallzu langer Zeit viele Ecken der Stadtkaum noch wieder. Neue Straßenüber-führungen oder „Flyover" , wie man sie in der ehemaligen Hauptstadt nennt,bringen an einigen Nadelöhren etwasErleichterung für die staugeplagtenBewohner der Stadt, weitere sind imBau. Marode Wasser- und Telefonleitun-gen werden ersetzt und monatlich neue,moderne Gebäude fertiggestellt. Interna-tionale Hotelketten öffnen neben deut-schen Autohäusern ihre Pforten, neueFusionkitchen-Restaurants und Food-trucks versorgen die ständig steigendeAnzahl von Expats, die über den sichim Ausbau befindenden Flughafen inMingaladon einreisen. Die Stadt erneuert sich in einer

    bemerkenswerten Geschwindigkeit. Aus-stellungen und Konzerte bereichern daskulturelle Leben. Die Zahl der Touristensteigt stetig. Offizielle Zahlen bescheini-gen sogar eine Verdreifachung der Tou-ris ten in den vergangen zwei Jahren,rechnen aber vermutlich auch Tages-pendler an den Landgrenzen mit ein. Dievielen Hotels, besonders in Yangon, aberauch im Rest des Landes, die vor Kurzemfertiggestellt wurden oder sich noch imBau befinden, bezeugen das enormeWachstumspotenzial im Tourismussektor. Starinvestor Jim Rogers, der den wirt-

    schaftlichen Aufstieg Chinas richtig vor-hersagte, verglich Myanmars politischeÖffnung von 2011 mit dem Reformkursdes Chinas ab 1978 und hob die außer-gewöhnlichen Investitionsmöglichkeitenin Myanmar hervor. Das 2012 erlasseneForeign Investment Law (FIL) hat will-kommene ausländische Direktinvestitio-nen (FDI) angezogen. Die in Kürzeerwartete Unterzeichnung des Investiti-onsschutzabkommens, über das die EUund Myanmar seit Anfang 2014 verhan-

    deln, wird diesen Trend weiter fortsetzen.So geht die Myanmar Investment Com-mission (MIC) für das Fiskaljahr 2015-16vorsichtig von einem Anstieg der FDIsum 150 Prozent im Vergleich zum Vor-jahr auf 6.000 Millionen US-Dollar aus. Diese guten Aussichten verwirklichen

    sich bereits in manchen Bereichen. Derschnell wachsende Textilsektor erlebte2014 einen wahren Boom. Neben zahl-reichen asiatischen Herstellern habeneinige weitere europäische Markenunter-nehmen Produktionsstätten eröffnet. DieZahl der gegenwärtig ca. 300 Fabrikensoll sich in den kommenden zehn Jahrenverzehnfachen und dann eine MillionArbeitsplätze bieten. Derzeit sind es ca.200.000.Gut ausgebildete Angestellte sind in

    Myanmar rar. Unternehmer klagen häu-fig über Abwerbungen durch die Kon-kurrenz. Aber trotz ersten Streiks vonNäherinnen ist die Stimmung alles inallem gut und man ist zuversichtlich.Die Einhaltung internationaler

    Arbeitsstandards wird sehr ernst genom-men, auch von asiatischen Herstellern,die dort meist für den europäischenMarkt produzieren.Mit dem Textilverband und der Regie-

    rung werden neue Standards entwickeltund die Kinderarbeit, die in den Teelä-den der Stadt noch zum Alltag gehört,wird in den Fabriken weitestgehendunterbunden. Neuen Auftrieb erfährt gegenwärtig

    auch das ehrgeizige Tiefwasserhafen-Projekt in Dawei, dessen erste Bauphasenoch Ende 2015 starten soll. Die Ver-träge dazu wurden Ende April von dermyanmarischen und der thailändischenRegierung unterzeichnet. Darüber hinauswird sich Japan in das Projekt mitein-bringen und nach Unterzeichnung imJuli gleichberechtigter Teilhaber derDawei Special Economic Zone Develop-

    ment Co (DSEZ), einer Zweckgesellschaftzur Durchführung des Projekts, sein. Im Mai sollen die Verträge zwischen

    Japan und Thailand zum Bau einer Eisen-bahnstrecke in Thailand zwischen Kan-chana buri und dem Tiefwasserhafen LaemChabang in Chonburi folgen. Geplant istdie Anbindung Daweis an das 300 Kilo-meter entfernte Bangkok sowie ebensonach Südchina per Straße, Schiene undPipeline. Nach der Fertigstellung sollendort einmal 250 Millionen Tonnen Frachtim Jahr umgeschlagen werden, womitDawei unter den zehn größten Häfen derWelt rangieren wird. Besonders Myan-mar und Thailand aber auch die gesamteRegion wird von diesem neuen Hub iminternationalen Warenstrom langfristigprofitieren können.

    Während der Westen

    auf den demokratischen

    Wandel wartet, ist der

    wirtschaftliche schon

    voll im Gange

    Bei einem Vergleich der wirtschaft-lichen und innenpolitischen Entwick-lungen erscheint die wirtschaftliche miteinem BIP-Wachstum von 8,5 Prozentungleich positiver. Das Anfang des Jahres geplatzte,

    landesweite Waffenstillstandsabkommensowie beispielsweise die Gefechte in derKokang Region oder die Proteste gegenzu geringe Kompensationen bei Staats-enteignungen lassen einerseits erahnen,wie groß die Herausforderungen nochsind, die die nächste Regierung überneh-

    Alexander Rindfleisch ist als CorporateConsultant für SKRK Legal Services Co. Ltd.mit Schwerpunkt im Bereich der interkultu-rellen Kommunikation vorwiegend in Yan-gon aber auch für die Partnerkanzleien inBangkok und Köln tätig.

    info@skrk-legal.com

  • Insig ht Asia-Pacific I 19

    Blick aus Asien

    I Insight Asia-Pacific18

    at Lee Kuan Yew’s funeral, “we cometogether to pledge ourselves to continuebuilding this exceptional country”. Asthe broad-based right policies politi-cally, economically, socially are inplace, these will be largely continue toensure not only Singapore survives butthrives exceptionally well.

    A Country

    on Autopilot?

    Singapore has a functioning political,economic and social system. The coun-try can almost be on autopilot. Singa-pore is unlikely to slide into chaos. Thisis due to Lee Kuan Yew’s abiding legacyof the rule of law. However, for manycritics, Lee Kuan Yew’s rule of law wastantamount to browbeating his politicalopponents into submission even thoughthis had already become a thing of thepast. Yet, there is no running away that

    changes are also in the midst and thesewill have to be embraced. In a way, Singapore has also always been aboutchange. As a small state, devoid ofresources, a hinterland and a largepopulation, Singapore has survived wellby adapting to change and this willcontinue. In a way, with the passing ofLee Kuan Yew, the PAP and Singaporehave lost an extremely powerful andcharismatic figure. Lee Kuan Yew’slegacy has been to focus on building astrong team even though there may notbe a powerful magnetic figure like him.With the passing of Lee Kuan Yew, Singapore irreplaceably also lost astrong international figure who placedSingapore on the world map.

    Becoming Prime Minister and Trans-forming SingaporeIn November 1954, with like-mindedsocialist-oriented colleagues, he formedthe People’s Action Party (PAP) in acoalition with the left-wing groups,mostly Chinese-educated, who werestrongly influenced by the MalayanCommunist Party (MCP). Lee becamethe PAP’s Secretary General. In June1959, the PAP won the general elec -tions resoundingly and Lee became Singapore’s prime minister, a positionhe would hold for the next 31 years. Hecontinued to remain in the governmentuntil 2011, first as a Senior Minister andlater as a Minister Mentor. After thegeneral elections in 2011, Lee remaineda parliamentarian, until his death on 23March 2015. In other words, he was oneof the longest serv ing parliamentariansin the world. That partly explains theexceptionalism of the man and the statehe came to dominate. From the mud flat and swamp in the

    1950s, Singapore was transformed intoa metropolis city-state, with one of thehighest per capita income and standardsof living. Today, its education system isworld-class with the National Universityof Singapore ranked among the top 20 in the world. It is also one of mostattractive states for migration andinvestment. This has, however, come atthe cost of increasing income dispari-ties, political control through soft-au -thoritarianism and in the last decade orso, suffering backlashes from its gen -erally open door policy towards foreignmigrants.

    Post-Lee Kuan Yew’s SingaporePost-Lee Singapore is unlikely to escapefrom Lee’s Singapore that was carefullycrafted in the last fifty years since inde-pendence in August 1965. The achieve-

    ments and shortcomings of what is Singapore will greatly inform on thekind of Singapore one can expect in thenear future. Sure enough, Lee succeededin building a nation out of disparatepeople. In the 1950s, the successfulnation building has taken place withcolonial-oriented Malays, Chinese andIndians even though this is still a work-in-progress.

    From Weakness

    to Strength

    Lee succeeded in building a rich stateand people. Singapore has minimumdebt exposure, high reserves andimmense all-round wealth. Added tothis, Singapore today boasts of a world-class infrastructure in almost every sec-tor, with it becoming a key regional andglobal aviation and marine hub. It alsohas one of the most highly educatedpeople. From a relatively weak anddefenceless state, through diplomacyand investment in military hardware,Lee also left behind a strong and securenation. It has one of the best air forcesin the region, backed by a small buthighly modern army and navy. Unlike many developing countries,

    Lee’s legacy must also include that hebequeathed to the next generation ahighly disciplined and able politicalparty that has remained united to thisday. In fact, one of Lee’s major lear-nings of Singapore’s modern history isthat the biggest enemy of the rulingPeople’s Action Party has been the PAPitself. Finally, what Lee succeeded incrafting was a highly outward-lookingpeople, craving to learn and excel, and

    a highly competitive people which hasbecome part of the Singaporean natio-nal DNA today. Over and above these successes, there

    is no running away that after more thanfifty years, a different Singapore hasalso emerged. For many, the modernday problems stem from successes rath -er than failures, say due to availabilityof higher education, access to the inter-net, etc. This for many is Singapore’sclassic Maslowian dilemma of ‘higherneeds’. Yet, this is not the full story.There has been growing discontent overrising property prices, widening incomeand wealth gaps and the ‘mother of allissues’, the influx of foreigners who areoften blamed for many of Singapore’splights today. How to address theseissues in the post-Lee Kuan Yew era willalso help to fashion the type of Singa-pore that emerges in the near future.In August 2013, Lee Kuan Yew was

    publicly asked the question whetherSingapore will be around in 100 years.His answer: “I am not so sure. America,China, Britain, Australia - these coun-tries will be around in 100 years. ButSingapore was never a nation untilrecently”. To make his point even clear -er, he made it known that he more worried about potential politicalchanges at home, Lee said, “I am abso-lutely sure that if Singapore gets adumb government, we are done for. Thecountry will sink into nothingness”.Whether Lee Kuan Yew’s prognosis iscorrect or simply alarmist, the point is,this is essentially the key question aboutpost-Lee Kuan Yew Singapore.The chances are, Singapore will

    continue in its way of doing things andcontinue to believe in the ways thatthings were done in the past. As LeeHsien Loong, the current prime ministerand the eldest son of Lee Kuan Yew said

    This will be a loss that cannot bereplaced and will definitely affect Singa-pore’s future. In a way Singapore’s grind -ing political changes of recent years maybe hastened and fast-forwarded. Wit-tingly or unwittingly, Singaporeans canbrace themselves for a rebalancing ofpolitical power within the republic, withthe opposition making further gains eventhough no one expects the ruling PAP tolose power. The lackluster performanceof the opposition, espe cially the Workers’Party, the leading opposition party, doesnot give much opportunity of majorshifts in the Singapore political terrain.The other related key question will bewhether the PAP will be able to maintainits internal unity or will factionalisminflict it as it has many political partiesonce a strongman leaves the scene.

    ConclusionLee Kuan Yew departed from Singapore,leaving a strong superstructure politi-cally, economically and social-cultur -ally. Yet, there is no way of avoidingchanges in the post-Lee Kuan Yew eraeven though the type of changes andchallenges remain to be seen especiallyin the political arena which will becomeclear in the coming general electionthat must be held by January 2017.Whatever happens, presently, Singa-pore’s approach is a simple one – ‘if itain’t broke, don’t fix it’. Some of thechanges that can be expected are – amore left-of-centre shift with focus onwelfare programmes and addressinghead-on public issues like housing short -age, rising healthcare costs and break-downs in the transport system. Otherthan that, there will be likely greaterpolitical openness, though graduallycalibrated with increasing accounta-bility, transparency and willingness ofengaging the public on key issues.

    Singapore in the Post-Lee Kuan Yew eraLee Kuan Yew, the first prime minister of Singapore, entered politics soon after his return from

    legal studies in England in 1950. With colonial Singapore going through political turbulence in the

    1950s, Lee was adviser to many trade unions that were then embroiled in conflicts with the colonial

    authorities or large colonial corporations. He has dominated Singapore politics for sixty years.

    Dr. Bilveer Singh has taught at the NationalUniversity of Singapore for 35 years. He isalso attached to the S. Rajaratnam Schoolof International Studies and is the currentPresident of the Political Science Associa-tion, Singapore.

  • Insight Asia-Pacific I 21I Insight Asia-Pacific20

    „Shanghai Cooperation Organisation“:Chinas neue Seidenstraße nach ZentralasienChina propagiert die „neue Seidenstraße“ und dehnt seine Macht nach Zentralasien aus.

    Dadurch kann die neue Supermacht Asiens auf die Energieressourcen dieser Region Zugriff nehmen.

    Die Shanghai Cooperation Organisation (SCO) bildet dafür den diplomatischen Hintergrund.

    www.professor-wrobel.de

    Kasachstan zu einem der größten auslän-dischen Standorte Chinas in der Energie-produktion wurde. Weitere chinesischeAkquisitionen folgten, so dass Kasach-stan heute zu einer zentralen Konstantein der chinesischen Energiepolitikgeworden ist. Da China dringend seinenKohleverbrauch senken muss, um dieLuftverschmutzung in seinen Wirt-schaftszentren zu reduzieren, ist auchErdgas von besonderer Bedeutung für dieEnergiestrategie des Landes. Große Vor-kommen bieten der SCO-Beitrittskandi-dat Turkmenistan und das MitgliedslandUsbekistan. Nachdem 2006 GurbangulyBerdymukhammedow die Macht in Turk-menistan übernahm, öffnete sich das bisdahin sehr abgeschottete Land gegenüberausländischen Investoren. Bereits 2007konnte ein auf 30 Jahre angelegter Gas-liefervertrag abgeschlossen werden, seit2009 verbindet die China-Zentralasien-Gaspipeline die turkmenischen, usbeki-schen und kasachischen Gasfelder mitdem Gaspipeline-Netz Chinas. EineAnbindung des Iran an dieses Pipeline-Netz ist in der näheren Zukunft sicher-lich nicht ausgeschlossen. Für die zentralasiatischen Republiken

    hat sich die energiepolitische Koopera-tion mit China bereits gelohnt. Währendsie bis dahin von Russland, welches daszentralasiatische Öl und Gas über seinPipeline-System nach Europa durchlei-tete, abhängig waren, konnten sie ihreAbnehmer diversifizieren und deutlichhöhere Preise für ihre Ressourcen erzie-len. Sie sind damit die eindeutigenGewinner des „New Great Game“ inZentralasien. Russland verliert hingegensein Machtmonopol in Zentralasien,kann aber ebenso wie die zentralasiati-schen Republiken durch die chinesischeNachfrage seine Abnehmer für Öl undGas diversifizieren und so unabhängigervon Europa werden. Für China ist die

    Bilanz hingegen wiederum eindeutigpositiv. Zwar ist die Umwandlung derSCO zu einer Freihandelszone bishergescheitert, die energiepolitische Zusam-menarbeit macht China aber deutlichunabhängiger von seinen bisherigenEnergielieferanten. So unterzeichnetendie Mitgliedsstaaten der SCO im Septem-ber 2003 ein Rahmenabkommen zurwirtschaftlichen Zusammenarbeit – diekleinen zentralasiatischen Republikenwollen sich aber nicht von China verein-nahmen lassen und auch Russlandfürchtet Machtungleichgewichte in derRegion. Deshalb beschränkte sich dieZusammenarbeit Chinas mit den zentral-asiatischen Republiken in den letztenJahren vor allem auf den energiepoliti-schen Bereich. Die Bedeutung der SCO für die welt-

    weite Energiepolitik darf nicht unter-schätzt werden. Wladimir Putin schlug2006 einen „Energie-Club“ vor, dereine zweite OPEC werden könnte.Immerhin würde die SCO über etwa dieHälfte der Weltgas- und circa ein Vier-tel der Weltölreserven verfügen, wennauch der Iran diesem Club beiträte.Dadurch, dass nun seit 2014 – vermut-lich durch eine neue Diversifizierungs-strategie Russlands infolge derUkraine-Krise – auch dieses SCO-Mit-gliedsland größere Energielieferver-träge mit China abgeschlossen hat,stellt die SCO vor allem ein energiepo-litisches Kooperationsnetz für Chinadar. China kann mit Hilfe der SCOseine Energiesicherheit verbessern, umdamit seinen wirtschaftspolitischenund machtpolitischen Aufschwung zumeistern. Es ist daher verständlich,wenn die chinesische Führung eupho-risch von einer neuen Seidenstraßespricht. Geopolitisch und insbesondereenergiepolitisch kommt der SCO daherderzeit eine hervorgehobene Rolle zu.

    China hat einen ungeheuren Bedarfnach Energie, um sein Wirtschafts-wachstum aufrecht zu erhalten. Zuletztwurde dies durch das große Gas-Abkom-men zwischen Gazprom und der ChinaNational Petroleum Corporation (CNPC)im Mai 2014 pressewirksam deutlich.Weniger bekannt ist, dass die chinesi-schen Energieunternehmen in den letz-ten Jahren China über ein ganzes Netzvon Öl- und Gaspipelines mit Zentral-asien verbunden haben. Dadurch wurdeKasachstan Chinas wichtigster Ölliefe-rant, Gas bezieht China nun direkt ausTurkmenistan. Weitere Pipelines bis inden Iran sind zumindest angedacht.Dadurch will China seine Abhängigkeitvon Öl und Gas aus dem Nahen Ostenund Afrika reduzieren. Neben der politi-schen Unsicherheit in diesen Gebietenstellt auch die Transportroute durch dieStraße von Malakka, welche durch dieUSA kontrolliert wird, eine geopoliti-sche Schwachstelle aus chinesischerSicht dar.China diversifiziert daher seit Jahren

    massiv seine Energieproduktion wieauch die Importe. Zentralasien ist dabeieine Schlüsselrolle zuzuweisen. Möglichwurde diese Energiepolitik durch dieGründung der SCO im Jahre 2001. Siegeht auf die sogenannten „ShanghaiFünf“, China, Kasachstan, Kirgisistan,Russland und Tadschikistan zurück,welche im Jahr 1996 erste politische,militärische und wirtschaftliche Zusam-menarbeit vereinbarten. Die SCO ist dieerste internationale Organisation, wel-che von China initiiert wurde. Heutegehört ihr neben den Gründungsmit-gliedern auch Usbekistan an, Beobach-terstatus haben die Mongolei, Indien,Pakistan und der Iran, seit 2012 auchAfghanistan. Turkmenistan, Weißruss-land, Nepal und die Türkei bekundetenbereits Interesse an einer Mitgliedschaft.

    Die SCO deckt damit etwa drei Fünftelder eurasischen Landmasse ab und ver-tritt circa ein Viertel der Weltbevölke-rung. Seit 2004 unterhält die SCO einSekretariat in Peking. Arbeitssprachender Organisation sind Chinesisch undRussisch. Das höchste Organ ist der Ratder Staatsoberhäupter.Lange Zeit wurde die SCO als „anti-

    westliche“ Allianz gesehen, sogar alsNATO des Ostens bezeichnet, ihre Akti-vitäten sind aber begrenzt und derFokus liegt nicht auf einer Konfronta-tion mit den USA oder dem Westen. FürRussland stellt die SCO nur eine Mög-lichkeit dar, Zentralasien auch weiterhinmilitärisch zu dominieren ohne damit inKonflikt mit China zu geraten. FürChina hat die SCO hingegen sowohlsicherheitspolitische als auch vor allemenergie- und wirtschaftspolitischeBedeutung. Im Rahmen der SCO gelanges der Volksrepublik relativ schnell nochaus der sowjetischen Zeit stammendeGrenzstreitigkeiten mit ihren zentral-asiatischen Nachbarn beizulegen. Für

    Chinas Energieversorgung ist zudem diean Zentralasien angrenzende UigurischeAutonome Provinz Xinjiang mit ihrenÖl- und Gasvorkommen wichtig. Hierbestehen aber dauerhaft Konflikte mitder muslimischen Bevölkerung. Eineenge Zusammenarbeit mit den west-lichen Nachbarn im Kampf gegen Terrorismus, Separatismus und Extre-mismus war damit der Anlass zurGründung der SCO. Insbesondere derKampf gegen den islamistischen Terrorvereint alle Mitgliedsstaaten der SCO.Beeindruckend ist jedoch, wie es

    China in den letzten Jahren gelungen ist,mithilfe der SCO eine neue Seidenstraßefür Öl und Gas über Xinjiang nach Zentralasien aufzubauen. InsbesondereKasachstan mit seinen Ölfeldern am Kas-pischen Meer ist bereits seit den 1990erJahren im Fokus des chinesischen Inter-esses. Seit 2003 wurde die Kasachstan-China-Pipeline gebaut, welche seit 2009die Kaspischen Ölfelder mit ChinasWesten verbindet. Im Jahre 2005 kauftedie CNPC zudem Petrokazakhstan, womit

    Prof. Dr. Ralph Wrobel ist Professor fürVolkswirtschaftslehre, insbesondere Wirt-schaftspolitik, an der WestsächsischenHochschule in Zwickau. Seine Forschungs-schwerpunkte sind Soziale Marktwirtschaftsowie Emerging Markets in Mittel- undOsteuropa sowie Asien.

    Die Mitgliedsstaaten der Shanghai Cooperation Organisation

    Quelle: Center for Security Studies - CSS Analysen zur Sicherheitspolitik Nr. 66 (Dez. 2009)

  • Am 1. Juni fand im Plenarsaal der Handelskammer Hamburg die Veranstaltung „Indonesian Econo-mic Updates: Economic Potentials through Maritime Sector Development” statt, welche die etwa100 Teilnehmer über den Stand des durch die neue indonesische Regierung geplanten Infrastruk-turausbaus und dessen Auswirkungen für ausländische Investoren informierte. Die Veranstaltungwurde vom Indonesischen Generalkonsulat in Zusammenarbeit mit der Handelskammer Hamburgund dem OAV organisiert.

    „Indonesian Economic Updates: Economic Potentials through Maritime Sector Development”

    Im Rahmen der Exportinitiative Energieeffizienz des BMWi fand

    vom 19. bis 23. April 2015 die AHK-Geschäftsreise zum Thema

    „Energieeffizienz in der Fertigungsindustrie“ nach Singapur statt.

    Steigende Energiepreise fordern Unternehmen, Innovations-

    leistungen zu erbringen. Von diesem Trend können deutsche

    Unternehmen unmittelbar profitieren. Durchgeführt wurde die

    Reise von der AHK Singapur in Kooperation mit dem OAV und

    Baden-Württemberg International (bw-i).

    Bei den 10. Asien-Pazifik-Wochen (APW) lag der Fokus auch in diesem Jahr auf „Smart Cities“.

    Basierend auf den Erkenntnissen branchenspezifischer Probleme und möglicher Lösungen der

    APW 2013 wurden die Ansätze auf Fachpodien, Symposien und Ausstellungen vom 18. bis 29.

    Mai 2015 weiterentwickelt. Organisiert wurden die APW federführend von der Senatsverwaltung

    für Wirtschaft, Technologie und Forschung gemeinsam mit Berlin Partner für Wirtschaft und

    Technologie GmbH, dem Asien-Pazifik-Forum Berlin sowie in Kooperation mit den Bundesminis-

    terien, dem OAV sowie weiteren Organisationen, Botschaften und Unternehmen.

    1 | Delegationsteilnehmer der Geschäftsreise 2 I Vortrag auf der Fachkonferenz

    3 I Teilnehmer im Austausch

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    1 | Clas Neumann, OAV-Vorstandsmitgliedund Senior Vice President, Head of SAPLabs Network & Fast Growth MarketsStrategy Group, SAP Labs China; Dr. Roland Busch, OAV-Präsidiumsmitgliedund Mitglied des Vorstands, Siemens AG; Cornelia Yzer, Senatorin für Wirtschaft,Technologie und Forschung Berlin; Dieter Ernst, OAV-Präsidiumsmitglied undManaging Director, IWC-innovation andwater; Stephan Steinlein, Staatssekretärdes Auswärtigen Amts (v.l.)2 I Auditorium im Weltsaal des Auswärtigen Amtes3 I Christian Gaebler, Staatssekretär fürVerkehr und Umwelt, Senatsverwaltungfür Stadtentwicklung und Umwelt in Berlin; Zhao Wenzhi, Vice-Chairperson,Twelfth Beijing Municipal Committee ofthe Chinese People’s Political ConsultativeConference (CPPCC); Yoshio Wagai,Deputy Director General, Bureau of Environment, Tokyo Metropolitan Govern-ment (v.l.)4 I Gäste der APW beim Networking5 I Matthias Claussen, OAV-Präsidiums-mitglied und Geschäftsführender Gesell-schafter, C. Melchers GmbH & Co. KGwährend seiner Rede

    1 | Ridwan Djamaluddin, Deputy forInfrastructure of Coordinating Ministerfor Maritime Affairs, Republic of Indo-nesia; Corinna Nienstedt, Geschäfts-führerin, Leiterin GeschäftsbereichInternational, Handelskammer Hamburg;Frank Horch, Senator für Wirtschaft,Verkehr und Innovation in Hamburg;Sylvia Arifin, Generalkonsulin der Republik Indonesien in Hamburg2 | Senator Horch spricht zum Publikum

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    Asien-Pazifik-Wochen Berlin 2015 –Smart Cities

    AHK-Geschäftsreise„Energiemanagement inder Fertigungsindustrie“

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    Insight Asia-Pacific I 23I Insight Asia-Pacific22

  • The German Science Days in Kyotowere another successful example of thepotential offered by the partnership between German research and businessorganizations in Japan. In October 2013,25 well-known German universities,research institutions, companies and academic organizations, among them the Universities of Cologne, Göttingen,Heidelberg, Marburg, Münster, Tübingen,Stuttgart, the FU Berlin, the HU Berlin,the Technical Universities in Clausthal,Dresden and Munich and the KarlsruheInstitute of Technology, were representedon the campus of Kyoto University. Themed "Research for Sustainable Deve l -opment" the event brought togethermore than 350 students and researchersin eight expert workshops covering different topical aspects of this subject.

    The German House for Research andInnovation New DelhiOpening millions of opportunitiesGermany and India have strong

    scientific and economic ties, reflectedby the fact that Germany is India’s lar-gest trading partner in the EU and afterthe US the largest partner in researchcooperation. Consequently, as part ofthe German Foreign Office’s strategic - initiatives to internationalize scienceand research, the German House forResearch and Innovation – DWIH NewDelhi - was established in October 2012,building on Indo-German bilateral aca-demic exchange dating back to the1960s. It aims to enhance cooperativeties between both countries by provi-ding targeted information for Indianstudents, researchers, academics andcommercial institutions about all facetsof the German education, innovationand research landscape. As Europe’s largest self-governing

    research funding organization, the Ger-

    man Research Foundation (DFG) financi-ally supports and administers the DWIHNew Delhi consortium, which consists of15 members, making it the largest con-sortium in the global DWIH family.The first fully operational year of

    DWIH New Delhi was 2013. “Excellenceon Tour!” roadshows were initiated inHyderabad, Ahmedabad and concludedin Kolkata in 2014. The week-longevents attracted the interest of manyvisitors by featuring science exhibitions,lectures, workshops and seminars in theFederal Ministry of Education andResearch (BMBF) science pavilion. Thewide press coverage in local, nationaland international papers led to a signi-ficant increase in enquiries on the web-site www.dwih.in, reaching almost 2million visits by the end of 2014.The “Excellence on Tour!” roadshows

    were followed by a new event series“DWIH Horizon: Art meets Science”. Thefirst of its kind was opened in October2014 at the Indira Gandhi National Cen-tre for the Arts (IGNCA) in New Delhi.In 2015 the series continued in Februaryat Alliance Française Pondichéry and atthe Rabindranath Tagore Center, ICCR,Kolkata in March. The combination of aHigher Education and Research Fairwith an Exhibition of Indo-Germanphotographic art was well received atthe three localities.DWIH New Delhi organized yet anot-

    her event format - a “DWIH Fair onHigher Education and Research” – inNovember 2014 at the Malaviya Natio-nal Institute of Technology (MNIT), Jai-pur. With stands of the consortiummembers set up on site at MNIT, manystudents and researchers could receivefirst-hand information on modes ofcooperation with German partners orhow they can pursue their careers inGermany.

    Insight Asia-Pacific I 25

    The six German Houses of Researchand Innovation (Deutsche Wissen-schafts- und Innovationshäuser, DWIH)have been established since 2009. Theyare part of the German Federal ForeignOffice’s Research and Academic Relati-ons Initiative which, in turn, is part ofthe German Government’s policy topromote the internationalisation of science and research. The DWIHs’ functional duties are to:> promote Germany as a research loca-tion and showcase it as a centre forresearch and innovation;

    > provide a forum for international dialogue and scientific exchange;

    > provide support and services to inter-national researchers and act as a“bridgehead“ for German research andinnovation in the partner countries.

    The Federal Foreign Office is imple-menting this project in cooperation withthe Federal Ministry for Education andResearch and in close collaborationwith the Alliance of Science Organizati-ons in Germany and the Association ofGerman Chambers of Commerce andIndustry. The DWIHs are located on four conti-

    nents: in New York, Tokyo, New Delhi,São Paulo, Moscow and Cairo. Theyoperate under the umbrella of the Sci-ence and Technology Strategies of theGerman Government – but each with anindividual focus in line with the requi-rements of their host country. The twoAsian DWIHs are good examples of theindividuality as well as the broad rangeof DWIH activities.

    The German Research and InnovationForum Tokyo Bringing research skills and business skillstogetherFor German research and business,

    Japan is a highly valued partner in Asia.As mature industrial countries Japan andGermany are facing similar challengesand because neither country has plentifulenergy or raw materials, "knowledge"represents a key resource. Although theJapanese system still remains to someextent self-contained, the pressure toglobalise is currently driving Japan’sdesire for closer integration in interna-tional research and business networks.This is where the German Research

    and Innovation Forum Tokyo (DWIHTokyo) comes into its own. A consortiummanaged jointly and effectively by theGerman Rectors' Conference and theGerman Chamber of Commerce andIndustry in Japan, it creates an idealenvironment in which its German andJapanese partnersbenefit particularlyfrom its practice oflinking academic andindustrial research.The DWIH Tokyofocuses its efforts onareas which are rele-vant to the societies ofboth countries and inwhich academic andindustrial researchbusiness 'cross-ferti-lise' to initiate coope-ration and innovation.Against the back-ground of the conse-quences of the tripledisaster in Fukushimain March 2011,research into energyand sustainability

    plays a prominent role but issues such asageing populations and the future devel -opment of universities in both countriesalso form part of the dialogue. The German Innovation Award, also

    known as the Gottfried Wagener Prize, isthe DWIH Tokyo's flagship project. Ithelps the German companies and organi-zations that partner with the prize toextend their networks to include Japa-nese science and research. Coordinatedby the DWIH Tokyo, the prize is fundedby German organisations operating inJapan. BASF, Bayer, Bosch, Continental,Daimler, Evonik, Merck, Schaeffler andSiemens donate prize money totalling ¥ 10 million to be awarded annually toJapanese early career researchers in thecategories of Mobility, Materials, LifeSciences and Energy & Industry. ManyGerman-Japanese projects have beenlaunched through this exemplary initia-tive with some progressing as far aslicensing contracts.

    German Houses and Centres of Research and InnovationSix German Houses and Centres of Research and Innovation have been set up on four conti-

    nents, aiming to create a united presence of German research and innovation abroad. Two of

    them are located in Asia: in Tokyo and in New Delhi. They support the German Government’s

    efforts to maintain its strength in innovation and apply it internationally in order to stay

    competitive in the global markets.

    I Insight Asia-Pacific24

    Dr. Alexander P. Hansen heads the DFG IndiaOffice and chairs the Board of DWIH NewDelhi. He works for DFG in various positionssince 1997. His duties included long-termpostings as advisor to the Indonesian Minis-ter for Research and Technology in Jakartaand as advisor to ISSC and ICSU Paris.

    Marijke Wahlers was head of internationalrelations at Furtwangen University ofApplied Sciences and coordinator for inter-national relations at the Prefectural Univer-sity of Kumamoto and the KumamotoPrefectural Government Office, Japan. Shenow heads the International Department ofthe German Rectors’ Conference.

    www.deutschland.de

  • Besuch der Ausstellung „China unter Mao“ und Vortrag von Henning Melchers, Seniorchef von C. Melchers

    Im Rahmen der großen Sonderschau „China unter Mao“trafen sich zahlreiche OAV-Junioren am 20. Januar 2015 imBremer Übersee-Museum. Im Anschluss an einen gemein-samen Besuch der Ausstellung sowie einem Netzwerktref-fen hörten die asienorientierten Nachwuchsführungskräfteeinen Vortrag von Henning Melchers, der ausführlich überdie chinesische Kulturrevolution berichtete. Der in Hongkong und Shanghai aufgewachsene Seniorchefder Firma C. Melchers verfügt über ein geradezu enzyklopä-disches Wissen über China und weiß seine Erfahrungen

    höchst lebendig zu schildern. Die Firma seiner Familie wurde 1806 in Bremengegründet und eröffnete bereits vor 150 Jahren ihre erste Niederlassung in China. Zusammen mit vielen hunderten Besuchern erfuhren die Junioren aus erster Handvon Melchers‘ Lebensjahren im Reich der Mitte sowie den prägenden Erlebnissenwährend der Kulturrevolution. Nicht zuletzt in Anbetracht der ausgeprägten,deutsch-chinesischen Handelsbeziehungen konnten die Junioren wertvolle Erkennt-nisse zu der Geschichte Chinas gewinnen.Sören Meissner, OAV-Junior und Product Manager Melchers Techexport GmbH

    Insight Asia-Pacific I 27

    Neues von den JuniorenDas Juniorennetzwerk bietet den asieninteressierten Nachwuchsführungskräften der

    Mitgliedsunternehmen die Möglichkeit, ihr Wissen untereinander auszutauschen sowie von

    den heutigen Führungskräften zu lernen. Hierfür werden neben regelmäßigen Luncheons und

    Kaminabenden u.a. Besichtigungen angeboten. Besucht wurden in diesem Jahr bereits die

    Messer Group sowie die Ausstellung „China unter Mao“. Auch begrüßen wir unsere neue

    Regionalsprecherin für Nordrhein-Westfalen, Katja Neumüller.

    I Insight Asia-Pacific26

    Katja NeumüllerKatja Neumüller ist seit Mai 2015 neue Regionalsprecherinder OAV-Junioren in Nordrhein-Westfalen. Zuvor war siebereits mehrere Jahre aktives Mitglied beim OAV. Katja Neumüller ist Rechtsanwältin im Kölner Büro der LutherRechtsanwaltsgesellschaft mbH und begleitet Unternehmenbei ihren grenzüberschreitenden Transaktionen mit Fokus aufdie Asien-Pazifik Region. Schwerpunkte ihrer anwaltlichenTätigkeit liegen in der Beratung bei Outbound- und Inbound-M&A-Transaktionen, Joint Ventures sowie gesellschaftsrechtlichen Restrukturierun-gen innerhalb des Konzerns. Katja Neumüller hat längere Zeit im Ausland gelebt und gearbeitet, unter anderemin Singapur und Shanghai. „Nicht nur aufgrund der verschiedenen rechtlichen Rah-menbedingungen in den einzelnen asiatischen Ländern ergeben sich immer wiederneue Herausforderungen, sondern gerade auch der interkulturelle Austausch überGrenzen hinweg macht die Asien-Pazifik Region so spannend. Die OAV-Juniorenbieten eine hervorragende Plattform, um diese Asienerfahrungen zu teilen“, sagtKatja Neumüller. Ihre fachliche Expertise und ihr persönliches Asieninteressemöchte Katja Neumüller mit den OAV-Junioren teilen und das regionale Netzwerkin Nordrhein-Westfalen weiter ausbauen.

    Als sich am späten Nachmittag des 26. März 2015 rund 25OAV-Junioren in Bad Soden am Taunus in den Räumlichkeitendes Adolf-Messer-Forums einfanden, dürften die wenigstenunter ihnen eine Vorstellung darüber gehabt haben, welcheRolle Industriegase in ihrem täglichen Leben einnehmen. Am Ende eines äußerst informativen und ebenso kurzweiligenAbends war auch den größten technischen Laien klar: U nsermoderner Lebenswandel wäre ohne Industriegase in dieserForm schlicht undenkbar. Zu verdanken hatten die aus ganzDeutschland angereisten Teilnehmer diese Erkenntnis demGastgeber und OAV-Präsidiumsmitglied Stefan Messer,Geschäftsführender Gesellschafter der Messer Group, sowiederen Mitglied der Geschäftsleitung Adolf Walth.

    Nach der Begrüßung durch den Regionalsprecher der OAV-Junioren für Hessen, Rechtsanwalt Dr. Markus Rasner, führteStefan Messer, der seit vergangenem Jahr auch den Vorsitz desLänderausschusses Thailand im OAV übernommen hat, in diebewegte Historie des heute weltweit größten familiengeführ-ten Industriegase-Unternehmens ein. Der Weg aus dem ehe-maligen Hoechst-Konzern in die im Jahr 2004 ausgerufene

    Unabhängigkeit dürfte beispiellossein und Vorlage für unzähligeCase-Studies in Corporate-FinanceVorlesungen.

    Nicht minder beeindruckend waranschließend der Überblick überdie vielfältigen Anwendungsge-biete, in denen Industrie- undMedizingase zum Einsatz kom-men, bis hin zum Einsatz von flüssigem Stickstoff im Lebens-mittelbereich. Die anschließendeFührung durch das hauseigeneUnternehmensmuseum fügte diezuvor vermittelten Kenntnisse mitden ausgestellten technischenVorrichtungen zusammen. Dasabschließende Get-Togetherbrachte nicht nur ein gutes GlasWein mit sich, sondern sogleich

    ein Neumitglied für die OAV-Junioren aus dem Hause Messer.Ein rundum gelungener Abend!

    Dr. Markus Rasner, Regionalsprecher Hessen und Rechtsanwalt

    Unternehmensbesichtigung bei der Messer Group

    Ihre Ansprechpartner in der Geschäftsstelle:

    Daniel Marek, Regionalmanager ASEAN E-Mail: marek@oav.de

    Özgül Orhan, ProjektmanagerinE-Mail: orhan@oav.de

  • Insight Asia-Pacific I 29

    Quer durch Asien-Pazifik Mit zunehmender Modernisierung werden höhere Wachstumsraten angestrebt. Dazu gehört

    im Zeitalter der Digitalisierung auch IT-bezogene Betriebsprozesse in technologieintensiven

    Branchen sowie in der gewerblichen Fertigung zu fördern. Nicht im Bereich der der Technolo-

    gie sondern auch in der Nahrungsmittelverarbeitung sind deutsche Unternehmen bevorzugte

    Partner.

    BuchtippsDie Neue Zürcher Zeitung ist nach wie vor die Benchmark für

    kompetente Auslandsberichterstattung. Zwei Asien-Veteranen

    der NZZ haben in sprachlich gewohnt ansprechender Weise

    kenntnis- und aufschlussreiche Bücher geschrieben.

    Der OAV wird vom 5.-10. Oktober 2015 eine Unternehmerreisenach Malaysia und auf die Philippinen durchführen. Die Reise wirdgemeinsam mit Frau Brigitte Zypries, Parlamentarische Staatsse-kretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie (BMWi),stattfinden und soll unter ihrer Leitung der konkreten Initiierungund Flankierung von Investitions- und Geschäftsprojekten dienen.Beide Länder befinden sich an entscheidenden Punkten ihrer wirt-schaftlichen Entwicklung. In Malaysia soll die Modernisierung derWirtschaft weiter forciert werden, um das Land bis zum Jahr 2020zu einem Industrieland zu entwickeln. Dabei stehen vor allemtechnologieintensive Spezialbranchen im Fokus.

    Auf den Philippinen, die zuletzt große Verbesserungen beimGeschäftsumfeld erzielen k