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2. JUGENDKONZERT – VON RADIOHEAD ZUM SINFONIEORCHESTER Foto Rhead, www.deviantart.com Jonny Greenwood (Radiohead) 48 Responses to Polymorphia BADISCHE STAATSKAPELLE Justin Brown Dirigent 30.4.13 19.00 KLEINES HAUS STAATSTHEATER KARLSRUHE Baumeisterstr. 11 76137 Karlsruhe Redaktionsschluss 5.4.13
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Jun 05, 2018

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  • 2. JUGENDKONZERT VON RADIOHEAD ZUM SINFONIEORCHESTER

    Foto Rhead, www.deviantart.com

    Jonny Greenwood (Radiohead) 48 Responses to Polymorphia BADISCHE STAATSKAPELLE Justin Brown Dirigent 30.4.13 19.00 KLEINES HAUS STAATSTHEATER KARLSRUHE Baumeisterstr. 11 76137 Karlsruhe Redaktionsschluss 5.4.13

  • LIEBE LEHRERINNEN UND LEHRER, mit der Materialmappe zu unserem 2. Jugendkonzert in der Spielzeit 12/13, mchten wir Ihnen einige Ideen zur Einbindung Ihres Konzertbesuchs in den Unterricht geben. Sie kann Ihnen zur persnlichen Vorbereitung des Auffhrungsbesuches dienen, enthlt Hintergrundinformationen zu Werk, Komponist*in und Dirigent*in und gibt Anregungen zur theater- und musikpdagogischen Vor- bzw. Nachbereitung mit Ihrer Klasse. Ich wnsche Ihnen viel Freude beim Lesen. Herzliche Gre, Julia Schttke Theaterpdagogin Oper, Ballett, Konzert JUNGES STAATSTHEATER KARLSRUHE Kontakt julia.schuettke@staatstheater.karlsruhe.de T 0721 725 809 23

  • INHALT Reihe der Jugendkonzerte 4 Dirigent 5 Komponist 6 Komposition 7 Ideen zur Vor- & Nachbereitung 10

  • REIHE DER JUGENDKONZERTE Seit Beginn der Spielzeit 11/12 gibt es am STAATSTHEATER KARLSRUHE die neue Reihe der Jugendkonzerte. In den moderierten Konzerten fr Jugendliche ab 12 Jahren steht jeweils ein Orchesterwerk im Mittelpunkt. Dieses wird von der BADISCHEN STAATSKAPELLE in Ausschnitten und mit Klangbeispielen vorgestellt und zum Abschluss noch einmal ganz gespielt. Der in den Konzerten aufgegriffene Ansatz geht zurck auf das Konzertformat 2 x hren, das vom Konzerthaus Berlin in Zusammenarbeit mit der Krber Stiftung konzipiert wurde und dort seit 2010 groe Erfolge feiert. Whrend es bei den Berliner Konzerten darum geht, einem interessierten Publikum Werke der Neuen Musik zu vermitteln, liegt der Schwerpunkt am STAATSTHEATER KARLSRUHE darauf, Jugendlichen Zugnge zu den jeweiligen Werken und ihren Komponisten zu ermglichen. Durch das Herausgreifen von Klangbeispielen wird die Wahrnehmung geschrft und die Freude am Wiederentdeckten whrend des anschlieenden Hrens gesteigert. Zudem ermglicht die rumliche Nhe des KLEINEN HAUSES einen besonders engen Kontakt zwischen Publikum und Musiker*innen bzw. Dirigenten*in auf der Bhne. Der*die Dirigent*in vermittelt dem jugendlichen Publikum seine*ihre ganz persnliche Sicht auf das Werk, stellt seine*ihre Beziehung zum Komponisten dar und ldt die Schler*innen ein, einmal ganz genau hinzuhren. Kritik des 1. Jugendkonzertes im Februar 2012, BNN 11.2.12

  • DIRIGENT Justin Brown

    Justin Brown studierte an der Cambridge University und in Tanglewood bei Seiji Ozawa und Leonard Bernstein und arbeitete spter als Assistent bei Bernstein und Berio. Als Dirigent debtierte er mit der gefeierten britischen Erstauffhrung von Bernsteins Mass.

    Fr seine Programmgestaltung beim Alabama Symphony Orchestra, dem er sechs Spielzeiten als Chefdirigent vorstand und das ihn 2012 zum Ehrendirigent ernannte, wurde er mit den ASCAP-Awards 2010, 2011 und 2012 ausgezeichnet.

    Auf Einladung des renommierten Spring for Music Festival dirigierte er im Mai 2012 das Orchester in der Carnegie Hall. Seine Arbeit beinhaltet die Urauffhrung vieler Auftragswerke und Dirigate wichtiger Werke bedeutender Komponisten wie Elliott Carter und George Crumb. Er arbeitete zudem mit namhaften Solisten wie Yo-Yo Ma, Leon Fleisher und Joshua Bell zusammen. Zahlreiche Gastengagements fhrten ihn an renommierte Opernhuser und Orchester weltweit, in Deutschland u.a. an die Bayerische Staatsoper Mnchen und zu den Dresdner Philharmonikern. Komplettiert wird sein Erfolg durch viele CD-Einspielungen. 2006 wurde er fr einen Grammy in der Kategorie Best Classical Recording nominiert. Als GMD am STAATSTHEATER KARLSRUHE (seit 2008) wird Justin Brown v. a. fr seine Dirigate von Wagners Ring sowie den Werken Verdis und Strauss gefeiert. Unter seiner Leitung stehen auf dem facettenreichen Konzertspielplan Werke wie Amriques von Edgar Varse und Mahlers 10. Sinfonie. In der Spielzeit 2012/13 bernimmt er die musikalische Leitung von Tannhuser, Peter Grimes, Der Ring des Nibelungen, Romeo und Julia auf dem Dorfe sowie Die Trojaner. Auerdem stehen vier Sinfonie- und drei Sonderkonzerte, ein Fest- sowie das 2. Jugendkonzert unter seinem Dirigat.

  • KOMPONIST Jonny Greenwood

    Jonny Greenwood1

    Jonathan Richard Guy Greenwood wurde am 5. November 1971 in England geboren. Er wuchs in Oxford auf, besuchte die Abingdon School und grndete im Alter von 14 Jahren gemeinsam mit seinen Freunden Thom, Ed, Phil und seinem Bruder Colin die Schulband On a Friday. Die junge Band, die ihren Namen entsprechend ihres Probentages ausgesucht hatte, trat Anfang 1986 erstmals ffentlich in der Jericho Tavern auf. Seit 1991 hat die Band einen neuen Namen Radiohead und ist bei EMI unter Vertrag. Jonny Greenwood ist bis heute Gitarrist der Band und fr sein aggressives Spiel weltweit bekannt. Dass Greenwood neben seiner Bandttigkeit auch als Komponist arbeitet, ist nur wenig verbreitet. Der Multiinstrumentalist, der nach seiner Schulzeit in Oxford Musik und Psychologie studierte, aber nie einen Abschluss erzielte, verfgt mittlerweile ber ein groes Repertoire an eigenen Kompositionen. Greenwoods Werke lassen sich stilistisch nur schwer einordnen und changieren zwischen Rock, Pop, Klassik und Jazz. Die folgende bersicht ber eine Auswahl an Solowerken Greenwoods zeigt seine stilistische Vielfalt: 2003 Bodysong Soundtrack zum gleichnamigen Film (erstes Soloalbum) 2004 Popcorn Superhet Receiver ein Stck, das er fr die BBC komponierte. 2007 There will be blood Soundtrack zum gleichnamigen Film 2010 Norwegian Wood Soundtrack zum gleichnamigen Film 2011 We need to talk about Kevin Soundtrack zum gleichnamigen Film 2011 The Master Soundtrack zum gleichnamigen Film 2011 48 Responses to Polymorphia 1 Photo: Getty Images; http://www.vulture.com/2008/01/jonny_greenwood_denied_an_oscar.html

  • KOMPOSITION Greenwood meets Penderecki Whrend seines Studiums beschftigte sich Jonny Greenwood u.a. mit der Musik Olivier Messians und Krzysztof Pendereckis. Besonders die Musikwelt des polnischen Komponisten faszinierte und inspirierte ihn. Als er ihn Mitte der 1990er Jahre nach einem Konzert in der Londoner Drapers Hall zum ersten Mal persnlich traf, war er noch sehr zurckhaltend. I shook his hand after a concert like a sad fan-boy.1

    Es kam erst 2011 zu einem erneuten Zusammentreffen der beiden im Rahmen des European Culture Congress in Breslau/Wroclaw, der anlsslich der polnischen EU-Prsidentschaft veranstaltet wurde. Neben Werken Pendereckis wurde auch ein Stck von Greenwood aufgefhrt: 48 Responses to Polymorphia. Es ist eine Hommage an Polymorphia von Penderecki und wurde speziell zu diesem Anlass komponiert.

    Jonny Greenwood, Marek Mos (Dirigent des AUKSO Chamber Orchestra) und Krzysztof Penderecki, 20112

    2 Foto: http://www.culturecongress.eu/english/news/penderecki_greenwood_tvp, (5.4.2013, 18:39 Uhr)

    http://www.culturecongress.eu/english/news/penderecki_greenwood_tvp

  • 48 Responses to Polymorphia Die Antwort von Greenwood auf Pendereckis Polymorphia3 besteht aus neun Stzen (ursprnglich waren 48 sehr kurze Stcke geplant): 1. Es ist genug, 2. Raj, 3. Overtones, 4. Three Oak Leaves (for K. P.), 5. Scan, 6. Baton Sparks, 7. Overhang, 8. Bridge 9. Pacay Tree. Alle Stze beginnen mit dem letzten Akkord von Pendereckis Polymorphia einem groen, glorreichen und triumphalen C-Dur-Akkord. Er wird auf unterschiedliche Art und Weise und in verschiedene Richtungen verflscht die anfngliche, harmonische Struktur zerfllt zu Bruchstcken. Als zweite Inspirationsquelle diente ein Choral von Johann Sebastian Bach: Es ist genung. In Anlehnung daran komponierte Greenwood seinen ersten Satz. Elemente dieses Chorals werden auch in den anderen Stzen immer wieder aufgegriffen. Greenwood verwendet diverse Methoden, um neuartige Klnge zu erzeugen. So lsst er beispielsweise im ersten Satz Es ist genug die Spieler*innen ihren Namen in ihr Instrument flstern. An einer spteren Stelle deutet der Dirigent mit dem Finger nacheinander auf jede*n einzelne*n Spieler*in. Die Musiker*innen beginnen ihren Ton erst zu spielen, wenn der Fingerzeig sie erreicht. So entsteht der Eindruck, als ob eine kleine musikalische Figur durch das ganze Ensemble wandert. Das erinnert beispielhaft an Hall und Echo der elektronischen Musik. Der letzte Abschnitt Pacay Tree stellt einen wie von schon im Titel genannten sdamerikanischen Pacay-Baum dar. An einer Stelle streichen und schlagen die Musiker die Saiten ihrer Instrumente mit langen Bohnenschoten. Das Resultat hnelt dem Effekt, wenn Musiker die Saiten nicht mit den Bogenhaaren, sondern mit dem Holz des Bogens streichen. Bei Three Oak Leaves (for K.P.) dienten drei Eichenbltter als Inspirationsquelle fr Greenwood. Jedes Instrument stellt eine Ader des Blattes dar. Die Spieler*innen beginnen alle auf einer einzelnen Note, dann gleiten sie entsprechend den Mustern der Adern in unterschiedliche Tonhhen. Bereits Penderecki dienten in Polymorphia Aufzeichnungen von Elektroenzephalogrammen (EEGs) (die gemacht wurden, whrend geisteskranke Patienten sein Stck Threnody for the Victims of Hiroshima anhrten) also musikferne/-fremde Einflsse als Vorlage fr die Notation. Neben dieser Gemeinsamkeit der Werke, soll der Satz aber vielmehr Greenwoods Verehrung zeigen. Er widmete Penderecki Three Oak Leaves, denn der polnische Komponist sei von Bumen besessen und habe ein Aborteum ein Art botanischer Garten mit Bumen und Gestruchen aus aller Welt. Greenwood hofft, dass he [Penderecki] sees it as a gesture of affection, but it might be one of those things that looks better on paper. I only let that part play for about 30 seconds of the 20-minute piece.2

    3 Das Wort Polymorphia kommt aus dem Griechischen und bedeutet viele Formen, / poly viel und / morphe

    Form

  • Das Werk Polymorphia von Penderecki wurde bereits 1961 komponiert und zeigt eine bemerkenswerte Klangfarben-Vielfalt in dem Spektrum zwischen Lrm/Gerusch und Musik: beginnend mit dem langsamen Entfernen von einem leisen, tiefen zu einem hheren, dichteren Bereich, wird das Stck von einer permanenten Unbestndigkeit des Klanges beherrscht.3 Neben der gleichen Orchestrierung (48 Streicher: 24 Violinen, 8 Violen, 8 Violoncellos und 8 Kontrabsse) vereint die beiden Polymorphias der Widerspruch zwischen musikalischer Schnheit und klanglichem Grauen. Sie sttzen sich beide auf die Idee des Sonorismus4, die sich auf die Eigenschaften und Qualitten des Klangs u.a. Formen, Strukturen, Muster konzentriert. Sowohl Greenwood in der heutigen Zeit, als auch Penderecki in den 1960er Jahren, beschftigten sich vor den Kompositionen intensiv mit elektronischer Musik, verwendeten fr ihre Stcke aber klassische Instrumente. Die Musik fhlt elektronisch erzeugten Klngen nach und unterscheidet sich doch grundstzlich von diesen. For me he's a real hero, because he learnt about electronic music and then went back to the orchestra, and made all these magical sounds using very old-fashioned technology. Dies erzhlte Greenwood 2011 in einem Interview mit einem polnischen Radiosender und fgte hinzu: To me I find that very inspiring.4 Doch wie empfindet Penderecki die Antworten Greenwoods? Ist es eine Kopie von Polymorphia? Pendereckis Antwort: None of what Jonny does is a copy of what I have done. Even his notation is different from mine. He does things that I haven't done, and has gone in a different direction using some elements of my music. He is very gifted. I like his music very much.5

    4 Sonorismus ist ein Terminus, der vor allem in der polnischen Musikwissenschaft benutzt wird und eine geruschorientierte

    Stilrichtung in der Neuen Musik beschreibt. http://de.wikipedia.org/wiki/Sonorismus (5.4.2013, 15:08 Uhr)

    http://de.wikipedia.org/wiki/Sonorismus

  • IDEEN ZUR VOR- & NACHBEREITUNG

    Gerusch- und Tonolympiade Warm-up

    1. Geruscholympiade: Bei dieser Einstiegsbung stellen sich alle Spieler*innen in zwei Reihen auf. In jeder Gruppe sollten gleichviele Spieler*innen sein. In der ersten Runde macht der*die vorderste Spieler*in ein Gerusch, welches durch die Reihe nach hinten gegeben wird. Dies geschieht, indem das vorgegebene Gerusch von dem*der nchstfolgenden Spieler*in wiederholt wird. Dabei sollten die Spieler*innen darauf achten, dass das Gerusch mglichst deutlich und przise wiederholt wird. Sobald das Gerusch bei dem*der letzten Spieler*in angekommen ist, rennt sie*er nach vorne, nimmt den vordersten Platz in der Reihe ein und gibt ein neues Gerusch durch die Reihe. Die Reihe, die als erstes mit allen Spieler*innen durch ist, hat gewonnen. 2. Tonolympiade: In einer zweiten Runde werden Tne nach hinten gegeben. Hierbei sollte der Ton mglichst genau und ohne Unterbrechung angenommen und weitergereicht werden, was ein hohes Ma an Konzentration und genaues Hinhren erfordert. Wie bereits oben beschrieben, gewinnt die Reihe, die als erstes mit allen Spieler*innen durch ist. Im Anschluss an die bung kann mit den Spieler*innen der Unterschied zwischen Geruschen und Tnen herausgearbeitet werden. Was ist fr euch ein Gerusch? Was ein Ton? Sind Gerusche hsslich und Tne schn und wer bestimmt darber? Diese Frage kann bei der Beschftigung mit Greenwoods Komposition 48 Responses to Polymorphia immer wieder aufgegriffen werden.

    Klangmetamorphosen

    Alle Spieler*innen stehen verteilt im Raum und sprechen einen Konsonanten ihrer Wahl. Dieser wird durchgehend wiederholt. Der*die Spielerleiter*in geht herum und tippt eine*n Spieler*in nach dem/der anderen an. Sobald sie berhrt werden, wechseln sie von dem Konsonanten zu einem gesungenen Vokal ihrer Wahl. Die Tonhhe ist hierbei egal. Zum Abschluss an die bung kann auch hier mit den Schler*innen das Erlebte reflektiert und der Unterschied zwischen Geruschen und Tnen wiederholt besprochen werden. Variante: Die bung wird mit geschlossenen Augen wiederholt.

    Verschiedene Spieltechniken der Streichinstrumente

    Material: ein Streichinstrument mit Bogen (ersatzweise ein Saiteninstrument, Klavier oder Flgel), Alltagsgegenstnde nach Wahl (z.B. Stift, Pappe etc.) Greenwood verwendete in 48 Responses to Polymorphia zahlreiche Spieltechniken fr Streichinstrumente, die vorrangig in der Neuen Musik benutzt werden, in der klassischen Musik aber nur wenig Beachtung finden. 1. Zunchst nehmen die Schler*innen das Streichinstrument und probieren, welche Klnge sie mit ihren Hnden auf dem Instrument erzeugen knnen. Falls kein Streichinstrument vorhanden ist, kann man diese bung auch mit einem Saiteninstrument oder an den Saiten eines aufgeklappten Klaviers oder Flgels ausben.

  • 2. Im Anschluss nehmen die Spieler*innen zustzlich den Bogen des Instruments hinzu. Sie knnen das Instrument sowohl mit den Haaren als auch dem Holz des Bogens berhren (z.B. streichen, leicht schlagen, klopfen). Der Kreativitt der Schler*innen ist hierbei keine Grenze gesetzt. 3. Im dritten Schritt versuchen die Schler*innen mit Alltagsgegenstnden (z.B. Stift, Pappe etc.) einen Ton zu erzeugen. Sie experimentieren, um so die Klangmglichkeiten des Instrumentes zu erforschen. Im Anschluss knnen die gngigen Streich- und Spieltechniken von Streichinstrumenten mit den Schler*innen besprochen werden. Hierzu finden Sie im Materialteil ein Glossar zur bersicht.

    Rhythmus klopfen 9. Satz Pacay Tree

    Nachdem in der vorigen bung das Klangspektrum der Streichinstrumente ausgelotet wurde, soll in diesem Abschnitt ein besonders einprgsamer Rhythmus kennengelernt werden. Dieser kommt im 9. Satz Pacay Tree vor, wo er unter anderem von den Streichern mit einer Bohnenschote auf den Instrumenten produziert wird. Gemeinsam wird der Rhythmus zuerst geklopft, bis ihn alle gut knnen. Anschlieend kann der Rhythmus mit verschiedenen Alltagsgegenstnden ausprobiert werden und die unterschiedlichen Klangerlebnisse miteinander verglichen werden.

    Rhythmus Pacay Tree

    Vertonen von Eichenblttern

    Material: drei Eichenbltter von Greenwood (auf Anfrage erhltlich), verfgbare Instrumente, ggf. Aufnahme von Greenwood sowie ein Musikabspielgert Sowohl Greenwood als auch Penderecki nutzten fr ihre Kompositionen musikfremde Einflsse. Greenwood vertonte drei Eichenbltter und Penderecki Aufzeichnungen von Elektroenzephalogrammen. Bei dieser bung ist die Aufgabe der Schler*innen die Bilder der Eichenbltter, die Greenwood im 4. Satz Three Oak Leaves (for K.P.) verwendet, in eigene Klnge umzusetzen. Die Spieler*innen nutzen fr diese bung entweder ihre eigenen Instrumente oder ihre Stimmen. Gehen die Linien bei den Adern des Blattes oder den EEG-Graphen nach oben, so wird der

  • Ton hher, sind die Linien absteigend, so wird der Ton tiefer. Jede*r Schler*in whlt sich eine Ader bzw. Linie. Danach gibt der*die Spielleiter*in ein Zeichen und alle vertonen gleichzeitig ihre eigene Linie. Zum Abschluss kann mit den Schlern*innen das Original von Greenwood angehrt werden.

    C-Dur-Akkord

    Im Mittelpunkt der Komposition 48 Responses to Polymorphia steht der C-Dur Akkord, der immer wieder neu verfremdet wird. Der*die Spielleiter*in teilt zu Beginn der bung die Schler*innen in drei Gruppen ein. Diese singen die drei Tne eines (C-Dur-)Akkords. Auf das Zeichen des*der Spielleiter*in verndert die erste Gruppe ihren Ton minimal nach oben oder unten, die anderen beiden Gruppen versuchen ihre Tne zu halten. Anschlieend wandelt die zweite Gruppe ihren Ton ebenfalls ab. Auf das nchste Zeichen des*der Spielleiters*in variiert die dritte Gruppe ihren Ton.

    Greenwood-Choral

    Materialien: Noten des Chorals von Greenwood, ggf. verschiedene Instrumente, PC mit Mikrofon, Lautsprecher und einem Audiobearbeitungsprogramm (z.B. Audacity5) Das kostenlose Audiobearbeitungsprogramm Audacity (www.audacity.de) bietet die Mglichkeit Musik aufzunehmen, abzuspielen und sie zu bearbeiten. Eine gute Einfhrung in das Programm gibt der Benutzer Kevin HP auf der Plattform Youtube. In zwei Videos erklrt er das Aufnehmen und Bearbeiten von Audiodateien.6 Weitere englischsprachige Informationen wie Einfhrungen oder Anleitungen sind auf der Webseite von Audacity unter dem Reiter Hilfe zu finden. 1. Die Schler*innen studieren mit dem*der Spielleiter*in den Choral ein, den Greenwood im Stil von Johann Sebastian Bach komponiert hatte. Sie knnen den Choral entweder singen (auf die Silbe da) oder das Stck mit ihren eigenen Instrumenten spielen. Je nach Erfahrungsgrad der Schler*innen kann wahlweise nur ein Teil bzw. der komplette Choral einstudiert werden. 2. Im Anschluss wird der Choral mit Audacity oder einem anderen Audiobearbeitungsprogramm aufgenommen. 3. Die Spieler*innen verfremden elektronisch den Choral. Dies kann beispielsweise durch nderung von Rhythmus, Tonhhe und Lautstrke geschehen, oder aber durch Hinzufgen eines Effektes wie z.B. Echo, Hall oder Filtern.

    5 http://www.audacity.de 22.3.2013, 14.45 Uhr. 6 Kevin HP, Audacity: Aufnahme und Bearbeitung (1/2): http://www.youtube.com/watch?v=wYnMADJm9LU 27.3.2013, 15.00 Uhr. Kevin HP, Audacity: Aufnahme und Bearbeitung (2/2): http://www.youtube.com/watch?feature=endscreen&v=CgAdoxGyCe4&NR=1 27.3.2013, 15.00 Uhr.

    http://www.audacity.de/http://www.audacity.de/http://www.youtube.com/watch?v=wYnMADJm9LUhttp://www.youtube.com/watch?feature=endscreen&v=CgAdoxGyCe4&NR=1

  • Greenwood-Choral

    1 http://www.guardian.co.uk/music/2012/feb/23/poles-collide-jonny-greenwood-penderecki (24.2.2013, 16:41 Uhr), deutsche bersetzung: Ich habe seine Hand nach dem Konzert wie ein kleiner Fan geschttelt. 2 http://www.guardian.co.uk/music/2012/feb/23/poles-collide-jonny-greenwood-penderecki (24.2.2013, 16:41 Uhr), deutsche bersetzung: [] er es als Geste der Zuneigung sieht, aber es mag sein, dass es eins der Dinge ist, die besser auf Papier aussehen. Ich lasse den Teil nur fr 30 Sekunden in einem 20 Minuten-Stck spielen. 3 Auch Threnody diente Greenwood bereits als Inspirationsquelle. Er komponierte darauf basierend Popcorn Superhet Receiver und gewann damit 2006 einen Preis beim BBC Composers Award. 4 http://www.thenews.pl/1/11/Artykul/54807,-Jonny-Greenwood-%E2%80%93-Penderecki-is-my-hero (24.2.2013, 16:37 Uhr), deutsche bersetzung: Fr mich ist er ein echter Held, weil er elektronische Musik (kennen)lernte und danach zurck zum Orchester ging und all diese magischen Klnge machte, obwohl er sehr altmodische Technologie benutzte. Ich finde das sehr inspirierend. 5 http://www.guardian.co.uk/music/2012/feb/23/poles-collide-jonny-greenwood-penderecki (24.2.2013, 16:41 Uhr), deutsche bersetzung: Nichts von dem was Jonny macht ist eine Kopie von dem was ich getan habe. Sogar seine Notation ist eine andere. Er macht Sachen, die ich nicht getan habe und ging in eine andere Richtung. Dabei benutzte er manche Elemente aus meiner Musik. Er ist sehr begabt. Ich mag seine Musik sehr.