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„Wo viel Licht, dort ist auch Schatten“ - donau-uni.ac.at · PDF filestand ards wird anhand erster empirischer Ergebnisse einer Patientenstichprobe aus Österreich erörtert....

Apr 19, 2019

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www.donau-uni.ac.at/psymed/kremsertage

Wo viel Licht, dort ist auch SchattenWirkungen, Nebenwirkungen, Risiken und Schden durch Psychotherapie, Supervision und Beratung

Donau-Universitt Krems

7. Kremser Tage

4. und 5. Juni 2010, 9:00 16:30 UhrDonau-Universitt Krems, Audimax

Folder Symposion_DUK 02.10:: 15.02.2010 15:55 Uhr Seite 1

7. Kremser Tage

Wo viel Licht, dort ist auch SchattenWirkungen, Nebenwirkungen, Risiken und Schden durch Psychotherapie, Supervision und Beratung

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Ehrenschutz: Alois Stger diplm, Bundesminister fr Gesundheit

Gruworte

Sehr geehrte Damen und Herren!

Es ist erfreulich, dass die Medien in den letzten Jahren ber die Psychotherapie, die Beratung und die Super -vision als Methoden, die Menschen in psychosozialer Not helfen knnen, verstrkt und mit Wertschtzungberichten. Die wachsende Professionalitt sowie der offensichtliche Nutzen wird immer mehr anerkannt undgewrdigt.

Umso wichtiger ist es, dass jetzt auch auf die Grenzen, die Risiken und die Schdigungen hingeschaut wird,die ja bei allem, was hilfreich ist, zu erleben sind.

Was fr die somatische Medizin lngst selbstverstndlich ist, muss auch fr die psychosomatische undpsychotherapeutische Medizin und fr die Psychotherapie gelten wie letztlich fr alle Gesundheitsberufe.

Solche Initiativen sind nicht berall populr, Befrchtungen werden laut, dass kritische Forschung miss-braucht werden knnte. Diese Befrchtungen sind nicht gnzlich von der Hand zu weisen, denn eine mani-pulative Ver wendung von Forschungsergebnissen findet immer wieder statt. Es gilt daher, wachsam zu sein,um dieses potentiell sehr wertvolle Instrument der Qualittssicherung und Qualittsentwicklung fr diepsychosozialen Interven tionen bei Psychotherapie, Supervision und Beratung zu strken.

Alois Stger diplmBundesminister fr Gesundheit

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Geleitwort

Nach bald 20 Jahren Psychotherapiegesetz in sterreich ist es an der Zeit, nachdem der Beleg der Wirkungenvon Psychotherapie gegeben ist, auch die Nebenwirkungen systematisch zu beforschen. Anspruch und Wirk -lich keit sind zu berprfen, die wichtigsten Grundannahmen dieser Disziplin und die Praxeologie mssenkon zept kritisch untersucht werden, auch auf Anschlussfhigkeit an die Wissensstnde der Medizin, Psycho -logie und Sozial wissenschaften.

Die Erforschung von zwischenmenschlichen Interaktionen ist schwieriger als die Erforschung der Reaktioneines Organismus auf eine bestimmte Substanz, auch ich als Organmediziner sehe das so. Psycho thera pie -forschung ist daher ein hchst komplexes und kompliziertes Unterfangen. Dennoch sind Nachweise ins-besondere der Un be denk lichkeit im Bezug auf Risiken, Nebenwirkungen und mgliche Schden durchevidenzbasierten Inter ventionen in der Medizin gleichermaen wie in der Psychotherapie, Supervisionund Beratung zu verlangen.

Ein Forschungsteam unserer Universitt macht sich auf den Weg, Neuland zu betreten und sich einemThema zu widmen, das bislang kaum beachtet oder bewusst ausgeblendet wurde. Es zeigt damit, dass essowohl in der Psychotherapie als auch anderen Beratungsformen nicht darum gehen darf, sich mit gesicher-ten Ergebnissen zufrieden zu geben. Jede Hilfe fr Menschen in Not muss sich ausnahmslos auch derHerausforderung einer stndigen Qualittsentwicklung stellen. Diese Tagung wird dazu einen Beitrag leisten.

Univ.-Prof. Dr. Jrgen Willer Rektor der Donau-Universitt Krems

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Einfhrung

Es ist eine alte Weisheit, dass unter anderem die Dosierung ber Heil oder Unheil von Medikamenten ent-scheidet. Warum sollte das nicht auch fr heilsame Gesprchsfhrung gelten?

Darber hinaus sind es immer auch Atmosphren die mitentscheiden, ob eine Intervention Untersttzungund Hilfe bringt oder nicht. PatientInnen und KlientInnen kommen oft zu dieser aus krankmachendenAtmosphren ihrer Alltagswelt. Es sind oft die heilen Atmosphren, die der Therapeut, die Supervisorin,der Berater in deren Praxen anbieten, die fr den Erfolg einer Therapie oder Beratung mitverantwortlich sind.

In einem solchen vielschichtigen System knnen vielfltige Wirkungen auf unterschiedlichen Ebenen ent-stehen. Wo aber Wirkungen sind, kann es immer auch zu Nebenwirkungen kommen. Dieses komplexe Feldtheoriegeleitet und forschungsgegrndet zu vermitteln und in die praktische Arbeit mit Menschen umzuset-zen, liegt in der Verantwortung der gesamten Profession und ihrer Ausbildungstrger.

Dabei geht es nicht nur darum, obskure Praktiken und Meinungen, die natrlich auf dem Psychomarkt zu fin-den sind, zu entlarven. Es gibt auch unter redlichen ProfessionistInnen Bereiche und Grauzonen, in denen esDisku ssions bedarf gibt.

Informell gibt es solche Diskussionen schon seit vielen Jahren, jetzt soll diese Tagung dazu beitragen, dassoffen ber Risiken, Nebenwirkungen und Schden gesprochen wird. Genauso offen soll aber immer wiederbetont werden, dass sich speziell die Psychotherapie zu einem erfolgreichen und wertvollen Gesundheits -beruf entwickelt hat!

Prof. Dr. Anton Leitner, MScDepartment fr Psychosoziale Medizin und Psychotherapie

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Programm-bersicht

Freitag, 4. Juni 2010

Vormittag: Moderation: Ren Reichel

09.00 Rektor: Begrung Anton Leitner: Erffnung09.30 Anton Leitner: Wirkungen und Nebenwirkungen von Psychotherapie10.15 Kurze Pause10.30 Michael Mrtens, Alexandra Koschier, Katharina Gerlich, Gregor Liegl, Heidemarie Hinterwallner:

Risiken, Nebenwirkungen und Schden durch Psychotherapie11.15 Diskussionsgruppen 12.30 Mittagspause

Nachmittag: Moderation: Ren Reichel

14.00 Qualittsentwicklung in der Psychotherapie. Podiumsdiskussion mit VertreterInnen des BMG, der NGKK, der SGKK, der Patientenanwaltschaft, des BVP, der GPPM, des NGUS, der NGPV und des Departments fr Psychosoziale Medizin und Psychotherapie

16.00 Diskussionsgruppen

ab 18.00 Heuriger

Samstag, 5. Juni 2010

Vormittag: Moderation: Claudia Hfner

09.00 Ulrich Sachsse: Retraumatisierung Mythos? Gefahr?10.00 Pause10.30 Brigitte Schigl: Risiken, Nebenwirkungen und Schden durch Supervision und Beratung11.30 Diskussionsgruppen 12.30 Mittagspause

Nachmittag: Moderation: Claudia Hfner

14.00 Margret Aull: Die Zukunft der Psychotherapie15.00 Diskussionsgruppen16.00 Anton Leitner: Ausblick und Schlussworte

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Freitag, 4. Juni 2010

Anton Leitner: Wirkungen und Nebenwirkungen von Psychotherapie09.30 h 10.15 hPsychotherapie ist mit medizinischen Heilverfahren vergleichbar. Sie ist eine der wirksamsten Therapieanstze undbraucht den Vergleich mit medikamentsen oder chirurgischen Behandlungen keineswegs zu scheuen. Wo Wirkungensind, das zeigt die Medikamenten- und Psychotherapieforschung, ist die Mglichkeit von Nebenwirkung und Schdengegeben. Informierte PatientInnen und Kostentrger verlangen zunehmend die Beachtung der Basisanforderungen anpsychosoziale und medizinische Interventionsformen wie Wissenschaftlichkeit, Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Un -be denklichkeit. Dieser Qualitt ist daher auch besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Ziel muss sein, die Mglichkeitenund Grenzen solider psychotherapeutischer Arbeit zu bestimmen.

Michael Mrtens, Alexandra Koschier, Katharina Gerlich, Heidemarie Hinterwallner, Gregor Liegl: Risiken, Nebenwirkungen und Schden durch Psychotherapie 10.30 h 11.15 h Das Psychotherapie nicht immer erfolgreich ist und manchmal Ratsuchenden auch schadet, kennen KlientInnen undPsycho therapeutInnen aus oft dramatischen Einzelfllen. ber solche Einzelschicksale hinaus aber lassen sich kaum An -ga ben ber allgemeine Auftretenswahrscheinlichkeiten machen. Wie risikobehaftet sind welche Verfahren oder Meth oden?Erste Er gebnisse der Studie werden vorgestellt, die einerseits ein positives Licht auf die Psychotherapie im Rahmen derKranken ver sorgung werfen, andererseits aber auch die grundlegenden methodischen Schwierigkeiten verdeutlichen,warum zu ver lssige Aussagen ber Risikopotentiale so schwierig zu ermitteln sind. Die dabei notwendige Differen zie -rung unerwn schter Ereignisse im Sinne von Kunstfehlern, typischen Nebenwirkungen und Versten gegen Berufs -stand ards wird anhand erster empirischer Ergebnisse einer Patientenstichprobe aus sterreich errtert.

Diskussionsgruppen I 11.15 h 12.30 hIn den Reflexionsgruppen wird versucht, die praktischen Chancen und Grenzen im Austausch zu erarbeiten, die sich ausden Anregungen in den Vortrgen ergeben. In den drei dafr vorgesehenen Zeiten treffen sich die Tagungsteilnehme -rInnen zu den gewhlten Gruppen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Gruppenwahl ist frei. Die Gruppenleite -rInnen sind VertreterInnen des Psy 3 sowie aller Fachspezifika, die mit dem Department kooperieren: Ulla Diltsch, KarlGrimmer, Gerhard Hintenberger, Helga Krckl, Elisabeth Oedl-Kletter, Helmut Schwanzar, Luise Zieser-Stelzhammer.

Podiumsdiskussion: Qualittsentwicklung in der Psychotherapie14.00 h 16.00 hmit VertreterInnen des BMG (Prof. MR Dr. Michael Kierein), der NGKK (Dr. Eva-Maria Hollerer), der SGKK (Dr. MarkusKletter), der Patientenanwaltschaft (Dr. Gerald Bachinger), des BVP (Dr. Eva Mckstein), der GPPM (Prim. Prof. DDr.Dipl. Psych. Andreas Remmel), des NGUS (Dr. Fabiola Fuchs), der NGPV (Dr. Christian Korbel) und des Departments(Prof. Dr. Anton Leitner). Moderation: Dr. Ren Reichel, MSc.

Diskussionsgruppen II16.00 h 17.30 h

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