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FokusHeute 2706

Mar 26, 2016

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Integration

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    SCHLUSS MIT DEN

    VORURTEILENDie 5 grten Vorurteile gegenber

    zugewanderten MitbrgerInnen Seite 07

    Zielpunkt nimmt spezielle Wnsche und Bedrfnisse von Migranten als Kunden sehr ernst und hat seit letztem Jahr in allen 300 Filialen eine stetig steigende

    Zahl sogenannter Ethnoprodukte fix eingelistet. Die Nachfrage ist sehr gut. Wir haben darber hinaus festgestellt, dass diese Artikel auch von sterreichern

    sehr gerne gekauft werden. Mit einem Augenzwinkern ergnzt Satek: Das Gefhl des letzten Urlaubs in Kroatien oder der Trkei kann so ein

    wenig lnger konserviert werden. Dazu tragen wir gerne bei.

    Jan Satek, Vorstandsvorsitzender Zielpunkt

    sterreichs Wirtschaft hat das Potenzial von MigrantInnen lngst erkannt!

    INTEGRATION

  • 03

    Heute: Immer mehr Bankenbieten sogenanntes Ethno-Banking an. Was unterschei-det Ihr Institut von den ande-ren Anbietern?Peter Bosek: Gleich vorweg,der Begriff Ethno-Bankingschubladisiert meiner Meinungnach zu sehr. Unsere Kundenhaben hnliche Bedrfnisse unabhngig von der Bevlke-rungsgruppe oder Religion. Wirwollen unsere Kunden bestmg-lich betreuen, und dabei ist die

    Beratung in der Mutterspracheder Schlssel.

    Heute: In welchen Filialengibt es diese fremdsprachigeBeratung?Peter Bosek: Insgesamt bietenwir in 15 Filialen die Beratungauf Serbisch und Kroatisch bzw.in 11 Filialen auf Trkisch an. InWien wird diese Betreuung bei-spielsweise im 5., 10. oder 16. Be-zirk, aber auch in Mdling oderWiener Neustadt angeboten.

    Heute: Gibts auch Produk-te, die besonders auf die Be-drfnisse von Migranten Rck-sicht nehmen?Peter Bosek: Wir haben einProdukt, das fr Migranten be-sonders interessant ist. Sehr oftwird Geld an die Familien insHeimatland berwiesen. Da bie-ten wir mit der vergnstigtenAuslandsberweisung in dieseLnder ein besonderes Service:Statt der blichen 9,70 Euro kos-tet es nur 3 Euro.

    Heute: Wie wird das Serviceangenommen?Peter Bosek: Gut. Wir habendurchwegs positive Rckmel-dungen, auch wenn die Aus-landsberweisung ein wenig zhangelaufen ist. Die kulturelleVerbindung zwischen Beraterund Kunde strkt aber das Ver-trauen. Die Beratung in derMuttersprache schtzen dieKunden sehr.

    Kundenberatung inder Muttersprache

    www.erstebank.at

    Peter Bosek, Privat- und Firmenkundenvorstandder Erste Bank Oesterreich im Heute-InterviewFoto:

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    In Zeiten, in denen der ersteStaatssekretr fr IntegrationSebastian Kurz einen Wettbe-werb unter dem Motto Top-100-MigrantInnen launcht, istdas Thema Zuwanderung undIntegration in der sterrei-chischen Bundespolitik endlichsalonfhig geworden. Erfolgrei-che MigrantInnen gibt es ja be-reits, allerdings werden sie inunserer Gesellschaft immernoch nicht ausreichend wahrge-

    nommen. In der heutigen viel-fltigen Medienlandschaft sindLeserInnen nicht nur auf dieMainstream-Medien angewie-sen ZuwanderInnen whlenbewusst auch Ethno-Medien alseine unabdingbare Informati-onsquelle. Dass dies der Fall ist,besttigt eine krzlich durchge-fhrte Ethno-Marketing-Studieim Auftrag des Finanzmarke-tingverbandes (mehr auf Seite4): Ethno-Medien werden

    Schulter an Schulter mitdeutschsprachigen Main-stream-Medien gerne gelesen.Unter der grten Zuwanderer-community des Landes denAustro-BosniakInnen, -Kroa-tInnen und -SerbInnen beleg-ten laut dieser Studie geradeMedien in der Muttersprache wie etwa das MonatsmagazinKOSMO die ersten Pltze. Dasie oft in der Muttersprache er-scheinen, sprechen diese Me-

    dien ihre LeserInnen direkterund persnlicher an und be-rhren somit die Herzen der je-weiligen Communitys. In die-sem Sinne begre ich engereKooperationen zwischen ster-reichischen Mainstream-Me-dien und Ethno-Medien.

    Herzlichst, IhrDejan Sudar

    Wir brauchen mediale Integration!

    www.kosmo.at

    Dejan Sudar, Herausgeber des Monatsmagazins KOSMO

  • 04 05

    Z uwanderer nutzen ger-ne Dienstleistungen s-terreichischer Banken.Das IFQM Institut fr qualitati-ve Marktforschung und die Wie-ner Diversity-Marketing-Agen-tur Brainworker CommunityMarketing befragten von Feb-ruar bis April 2011 im Auftragdes Finanzmarketingverbandessterreich (FMV) Personenmit Migrationshintergrund zuihrem Vertrauen und ihren Er-wartungen in Finanzdienstleis-ter. Die Umfrage umfasste Perso-nen mit Migrationshintergrundaus Bosnien-Herzegowina, Kroa-tien, Serbien (BKS) und der Tr-kei. Der Grundtenor dieser Um-frage ist ein hohes Vertrauen die-ser Zielgruppen in heimischeBanken insbesondere bei be-

    rufsttigen Personen (30+): Aufeiner Skala von 1 bis 10 liegt derMittelwert dieser Altersgruppebei 8,17. Zuwanderer erwartenauch viel von ihren Finanz-dienstleistern. Der Interessenfo-

    kus der Zielgruppe liegt dabeiauf gnstigen Konditionen, sodie Studie. So sind fr 75,5 bis87,3 % der Befragten gnstigeKonditionen sehr wichtig. Auf

    Platz zwei rangiert offene undehrliche Kommunikation. Zwi-schen 75 und 86,7 % der Befrag-ten ist diese sehr wichtig. Umdie Kommunikation mit ihrenethnischen Kunden zu verbes-

    sern, setzen heimische Bankenimmer strker auf verschiedeneEthno-Banking-Konzepte. DieHerausforderung des Ethno-Banking liegt darin, die Anspr-

    che aller Teilzielgruppen zu er-kennen und Kundinnen undKunden gem ihrer Erwartun-gen zu servicieren, betont Ma-nuel Bruhofer, Executive Mana-ger von Brainworker Commu-nity Marketing und einer vonsterreichs Ethno-Marketing-Pionieren. Welche Rolle die Mut-tersprache fr ein nachhaltigesVertrauen von ethnischen Kun-den spielt, zeigt die Studie: Frsogar 88,1 % der Zuwanderermit trkischem Migrationshin-tergrund ist ein gleichbleibenderAnsprechpartner, der die ent-sprechende Muttersprachespricht, wichtig oder sehrwichtig. Neben der Mutterspra-che ist fr die meisten Zuwande-rer auch wichtig, dass die Bank-berater hinsichtlich ihrer Kulturausgebildet sind, um dann einekompetente Beratung leisten zuknnen: Fr 71,9 % der TrkIn-nen und 55,5 % der BKS-Zu-wanderer sind Kulturkenntnissewichtig oder sehr wichtig. Unser leckeres Schnitzel das Lieblingsgericht al-ler WienerInnen ist ein

    Auslnder! Was heute in Wienals typisches lokales Gericht frdie Einheimischen und Touris-ten gilt, hat mglicherweise sei-ne Ursprnge in Oberitalien.Von dort knnte das Schnitzelim 14. oder 15. Jahrhundertnach Wien gekommen sein.

    Wer gerne zum Gulasch greift,dem ist schon lngst bekannt,dass dieses Gericht aus dem be-nachbarten Ungarn kommt. In-teressant ist die Tatsache, dassdas Wiener Gulasch in Un-garn eigentlich Prk-lt heit. DasungarischeWort Guly-s bezeichnetwiederum eineGulaschsuppemit viel Paprika.Der Legendenach ist das Wie-ner Gulasch An-fang des 19. Jahr-

    hunderts entstanden, als ein un-garisches Regiment in Wien sta-tioniert war.

    Auslnder sind uns Wurs(ch)t!Das typische Wiener Fastfood Wrstel aller Art kann sichauch seiner Internationalittrhmen. Diejenigen, die sich in der Mittagspause mit einerKsekrainer belohnen, mssen die Ursprnge dieser Wurst inSlowenien suchen. Die KrainerWurst ist dort sogar ein Natio-nalgericht. Die Ksekrainerhingegen ist eine beliebte

    Variation des Originalrezeptsund wurde erst Anfang der1980er-Jahre in sterreich er-funden.

    Auch bei Sem haben die Wie-ner gerne ber die Grenzen ge-schaut. So sind Buchteln auchdie im Hawelka immerhin einursprngliches bhmisches Ge-richt, die beliebten Kndel tei-len wir ebenfalls mit unserennrdlichen Nachbarn. Die lecke-re Fllung unserer Germkndel

    das Powidl ist auch eintschechischer Zuagraster.Der sterreichische Aus-druck fr die deutschenEierkuchen Palatschin-ke stammt ursprnglichaus dem Rumnischen

    und kam ber dasTschechische ins Wie-nerische. Alle dieseAuslnder habendie ursprngliche

    Wiener Kche we-sentlich bereichert

    und zu ihrer Popularitt in derganzen Welt beigetragen.

    Man kann andere Kulturen nur richtigbedienen, wenn man seine eigene Kul-tur kennt; erst dann kann ein Gefhlder Wertschtzung gegeben werden,

    um Vertrauen aufzubauen.Manuel Bruhofer, Brainworker

    Community Marketing

    Peter BosekErste Bank

    Viele unserer Kunden knnensehr gut Deutsch, nur bei bank-spezifischen Gesprchen tun siesich oft in der Mutterspracheleichter. Wir setzen hier an undbieten in 23 Filialen Betreuungin der jeweiligen Muttersprachean. Unsere Betreuer beraten inausgewhlten Filialen in Wien,Mdling und Wiener Neudorfin Trkisch und Bosnisch/Ser-bisch/Kroatisch.

    Rainer HauserBank Austria

    Bei der Bank Austria ist Eth-nobanking kein Schlagwort,sondern gelebte Praxis. ber100 Mitarbeiterinnen und Mit-arbeiter mit Migrationshinter-grund betreuen in den Bank-Austria-Filialen Kunden mitMigrationshintergrund in ihrerMuttersprache. Produktinfor-mationen in den wichtigstenSprachen wollen wir aber nochverstrkt anbieten.

    Georg Kraft-KinzRaiffeisenlandesbank (N-W)

    Wien lebt durch die Vielfaltder Menschen in dieser Stadt.Als Bank sagen wir ja zu die-ser Vielfalt, weil es gut fr dieStadt ist und weil wir zuge-wanderte Menschen in dieserStadt als MitarbeiterInnen undals Kunden gewinnen wollen.Dabei setzen wir immer aufWertschtzung und Respekt.

    Wolfgang KleinBAWAG P.S.K.

    Es ist wichtig, auch die Mutter-sprache des Kunden zu sprechen.Wir haben den unschtzbarenVorteil, dass rund 15 % unsererFilial-Mitarbeiter Zuwanderer-sprachen sprechen. Wir knnenalso unseren Kunden zuhrenund gemeinsam Lsungen fin-den. Das strkt die Vertrauens-basis und nimmt ngste desKunden, Frage zum eigenen,besseren Verstndnis zu stellen.

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    Die erste gro angelegte Ethno-Banking-Studieweist hohes

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