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Erhard Dietl/Walter Kiesbauer: Der tapfere Theo Musiktheater von Erhard Dietl mit Musik von Walter Kiesbauer Libretto: Erhard Dietl Empfohlen ab 4 Jahren Besetzung: 1 D - 3 H, Halbplayback, Klavierauszug mit Singstimmen und Demo-CD verfügbar Theo hat, zum Leidwesen seiner Mutter, ständig vor ganz vielen Dingen große Angst: Dass er nachts auf die Toilette muss, dass eine Spinne unter seinem Bett sitzt, dass seine Mutter seine Zahnbürste benutzt hat, dass ihm der Friseur statt der Haare die Ohren abschneidet... Die Angst, die ihm all diese Sorgen einflößt, ist, im wahrsten Sinne des Wortes, zu seinem ständigen Begleiter geworden. Doch eine alte Gorilla-Maske, die Theo im Keller entdeckt hat und die er kaum noch absetzen mag, verleiht ihm ungeahnten Mut, und plötzlich kann er sogar über seine Angst lachen. Ein wunderbares Stück, das der Angst spielerisch den Schrecken nimmt, indem es sie personifiziert. Voller Humor und mit viel Augenzwinkern erzählt Erhard Dietl, aufgelockert durch Lieder und Musik von Walter Kiesbauer, wie aus dem ängstlichen der tapfere Theo wird. Das kurzweilige Stück ist besonders gut für einstimmige, Kinderchöre mit jungen Sängerinnen und Sängern ab 6 Jahren und Grundschulklassen geeignet. Die Chorstücke können hervorragend in szenisches Theaterspiel eingebaut werden. Besonders reizvoll könnte eine gemischte Besetzung mit Kindern oder Jugendlichen ab 8 Jahren sein, die die etwas größeren Soloparts von Theos Mutter und der Angst übernehmen können. Alle Rechte beim Verlag für Kindertheater, Max-Brauer-Allee 34, 22765 Hamburg, www.kindertheater.de Tel: 0049 (0)40 607909-916 / E-Mail: kindertheater@vgo-kindertheater.de
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Erhard Dietl/Walter Kiesbauer: Der tapfere Theo · Erhard Dietl/Walter Kiesbauer: Der tapfere Theo Musiktheater von Erhard Dietl mit Musik von Walter Kiesbauer Libretto: Erhard Dietl

Sep 10, 2019

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  • Erhard Dietl/Walter Kiesbauer: Der tapfere Theo Musiktheater von Erhard Dietl mit Musik von Walter Kiesbauer Libretto: Erhard Dietl Empfohlen ab 4 Jahren

    Besetzung: 1 D - 3 H, Halbplayback, Klavierauszug mit Singstimmen und Demo-CD verfügbar

    Theo hat, zum Leidwesen seiner Mutter, ständig vor ganz vielen Dingen große Angst: Dass er nachts auf die Toilette muss, dass eine Spinne unter seinem Bett sitzt, dass seine Mutter seine Zahnbürste benutzt hat, dass ihm der Friseur statt der Haare die Ohren abschneidet... Die Angst, die ihm all diese Sorgen einflößt, ist, im wahrsten Sinne des Wortes, zu seinem ständigen Begleiter geworden. Doch eine alte Gorilla-Maske, die Theo im Keller entdeckt hat und die er kaum noch absetzen mag, verleiht ihm ungeahnten Mut, und plötzlich kann er sogar über seine Angst lachen.

    Ein wunderbares Stück, das der Angst spielerisch den Schrecken nimmt, indem es sie personifiziert. Voller Humor und mit viel Augenzwinkern erzählt Erhard Dietl, aufgelockert durch Lieder und Musik von Walter Kiesbauer, wie aus dem ängstlichen der tapfere Theo wird.

    Das kurzweilige Stück ist besonders gut für einstimmige, Kinderchöre mit jungen Sängerinnen und Sängern ab 6 Jahren und Grundschulklassen geeignet. Die Chorstücke können hervorragend in szenisches Theaterspiel eingebaut werden. Besonders reizvoll könnte eine gemischte Besetzung mit Kindern oder Jugendlichen ab 8 Jahren sein, die die etwas größeren Soloparts von Theos Mutter und der Angst übernehmen können.

    Alle Rechte beim Verlag für Kindertheater, Max-Brauer-Allee 34, 22765 Hamburg, www.kindertheater.de Tel: 0049 (0)40 607909-916 / E-Mail: kindertheater@vgo-kindertheater.de

    http://www.kindertheater.de/

  • Erhard Dietl/Walter Kiesbauer:

    Der tapfere Theo

    Musiktheater von Erhard Dietl mit Musik von Walter

    Kiesbauer

    Libretto: Erhard Dietl

    Auszug aus dem Libretto

    Aufführungsrechte: Verlag für Kindertheater Weitendorf GmbH

    Max-Brauer-Allee 34 22765 Hamburg

  • Urheberrechtsvermerk © VERLAG FÜR KINDERTHEATER Weitendorf GmbH, Max-Brauer-Allee 34, 22765 Hamburg. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Rechte der öffentlichen Wiedergabe (u.a. Aufführungsrecht, Vortragsrecht, Recht der öffentlichen Zugänglichmachung und Senderecht) können ausschließlich vom VERLAG FÜR KINDERTHEATER erworben werden und bedürfen seiner ausdrücklichen vorherigen schriftlichen Zustimmung. Der Text sowie die Musik/Musikmaterial des Bühnenwerkes wird Bühnen / Veranstaltern ausschließlich für Zwecke der Aufführung nach Maßgabe des jeweiligen Aufführungsvertrages zur Verfügung gestellt (Manuskript bzw. pdf-Datei). Jede darüber hinausgehende Verwertung des Textes des Bühnenwerkes bedarf der ausdrücklichen vorherigen Zustimmung des VERLAG FÜR KINDERTHEATER. Das gilt insbesondere für dessen Vervielfältigung, Verbreitung, elektronische Verarbeitung, Übermittlung an Dritte und Speicherung über die Laufzeit des Aufführungsvertrages hinaus. Die vorstehenden Sätze gelten entsprechend, wenn Bühnen / Veranstaltern der Text des Bühnenwerkes ohne vorherigen Abschluss eines Aufführungsvertrages zur Ansicht zur Verfügung gestellt wird. Weitere Einzelheiten richten sich nach den zwischen Bühnen / Veranstaltern und VERLAG FÜR KINDERTHEATER getroffenen Vereinbarungen. Der Text des Bühnenwerkes gilt bis zum Tage der Uraufführung (UA) / deutschsprachigen Erstaufführung (DE) / ersten Aufführung der Neuübersetzung (DE / A) als nicht veröffentlicht im Sinne des Urheberrechtsgesetzes. Es ist vor diesem Zeitpunkt nicht gestattet, das Bühnenwerk im Ganzen oder in Teilen oder seinem Inhalt nach der Öffentlichkeit mitzuteilen oder sich mit dem Bühnenwerk öffentlich auseinander zu setzen. Nicht vom VERLAG FÜR KINDERTHEATER genehmigte Verwertungen verletzen das Urheberrecht und können zivilrechtliche und ggf. auch strafrechtliche Folgen nach sich ziehen.

  • 1. Szene

    Mutter beim Bügeln, Theo vor dem Fernseher am Boden liegend, ein riesengroßes

    Kuscheltier neben sich. Theo trinkt Wasser. Theo und die Mutter erst einmal stumm und

    bewegungslos, als „Standbild“, wie eingefroren. Der Fernseher noch ohne Ton.

    Bänkelsänger tritt auf und singt.

    Lied vom Bänkelsänger I

    Das ist die Geschichte vom Theo, passt gut auf, spitze eure Ohren!

    Ihr sollt nicht gähnen und nicht schmatzen

    Und nicht in der Nase bohren,

    denn was ihr hier seht,

    seht ihr nicht jeden Tag!

    Das dürft ihr mir glauben,

    es ist so wie ich es sag!

    Das ist die Geschichte vom Theo,

    der Theo ist kein Dummerjan,

    er trinkt gern Bananenmilch

    und er isst gern Marzipan.

    Er ist ganz genau

    Wie jedes andere Kind –

    und trotzdem sagen manche:

    ich glaub, der Theo spinnt!

    Das ist die Geschichte vom Theo

    Legt die Hände in den Schoß

  • Passt gut auf und spitzt die Ohren,

    denn jetzt geht es auch schon los,

    denn jetzt geht es auch schon los!

    Sänger ab, Fernseher Ton an. Man hört Geräusche von einem wilden Actionfilm, evtl. aus

    einem harten Zeichentrickfilm, Mutter bügelt.

    Mutter: „Theo, wird es nicht langsam Zeit, dass du ins Bett gehst?“

    Theo brummt nur.

    Mutter: „Theo! Ich hab was zu dir gesagt!“

    Theo: „Was ist?“

    Mutter: „Ich möchte, dass du jetzt ins Bett gehst! Es ist schon spät“.

    Theo: „Na gut“.

    Mutter: „Und vergiss das Zähneputzen nicht“.

    Theo: „Na gut“.

    Theo geht ab hinter einen Vorhang oder eine Stellwand, dahinter wohl das Bad, zieht das

    Kuscheltier hinter sich her. Mutter seufzt, macht den Fernseher aus und bügelt weiter. Theo

    ruft aus dem Bad.

    Theo: „Mama, hast du meine Zahnbürste benutzt?“

    Mutter: „Nein Theo! Ich hab sie nicht benutzt“.

    Theo: „Bist du ganz sicher?“

    Mutter: „Ja Theo, hab keine Angst, dass ich deine hochheilige Zahnbürste benutze, hab doch

    meine eigene!“

    Theo: „Schwörst du?“

    Mutter: „Ich schwöre!“

    Theo kommt im Schlafanzug, legt sich ins Bett mit seinem Kuscheltier.

    Theo: „Mama, ich kann nicht einschlafen!“

  • Mutter: „Versuch es einfach!“

    Theo: „Bringst du mir noch Wasser?“

    Mutter: „Musst du schon wieder trinken? Hast wohl Angst, dass du verdurstest!

    Bringt ihm das Glas Wasser, das noch vor dem Fernseher steht, Theo trinkt.

    Theo: „Mama, jetzt hab ich Angst, dass ich dauernd aufs Klo muss in der Nacht!“

    Mutter: „Na und, wenn du musst, dann gehst du eben, das ist doch ganz einfach!“

    Theo: „Mama, kannst du mich noch bisschen strecken? Ich hab Angst, dass ich nicht mehr

    wachse!“

    Mutter: „Theo! Immer das Gleiche! Ich hab dir schon tausendmal gesagt: Du wächst wie

    jedes andere Kind! Du wirst ganz langsam größer, bis du erwachsen bist!“

    Theo: „Mama, bitte! Sonst kann ich nicht einschlafen!“

    Mutter: „Also gut, halt dich am Bett fest!“

    Theo hält sich am Kopfende fest, Mutter zieht ihn an den Füßen.

    Theo: „Fester!“

    Mutter: (zählt) Eins... zwei... drei... vier.... fünf... sechs... sieben... acht... neun... zehn! So,

    jetzt ist es aber gut! Jetzt bist du bestimmt einen Millimeter größer geworden! Jetzt wird

    geschlafen. Gute Nacht mein Lieber!“

    Theo: „Mama, und wenn ich morgen nicht aufwache?“

    Mutter: „Aber ich wecke dich doch!“

    Theo: „Aber wenn du auch nicht aufwachst? Wenn du nie mehr aufwachst? Bitte stell mir

    einen Wecker ans Bett!“

    Mutter: „Aber Theo!“

    Theo: „Ohne Wecker kann ich bestimmt überhaupt nicht einschlafen!“

    Mutter: (seufzt) „Also gut“.

    Mutter geht ab und holt drei Wecker.

    Mutter: (etwas ungehalten) „So, hier hast du drei Wecker! Sonst hast du wieder Angst, dass

    der Wecker nicht klingelt! Einer von den dreien wird bestimmt klingeln! Gute Nacht jetzt! Ich

    will nichts mehr hören!“

  • Mutter geht wieder bügeln. Theo zieht sein riesen Kuscheltier an sich und die Bettdecke bis

    zur Nasenspitze hoch. Nach einer Weile nimmt er die Taschenlampe vom Nachttisch, er

    leuchtet rechts und links und am Fußende unters Bett. Daraufhin zieht er die Decke über den

    Kopf und brüllt.

    Theo: „Mama!!!“

    Mutter: „Was ist denn schon wieder?“

    Theo: „Gibt es eigentlich Hexen?“

    Mutter: „Nein Theo, es gibt keine Hexen!“

    Theo: „Gibt es Gespenster?“

    Mutter: „Es gibt auch keine Gespenster!“

    Theo: „Und Räuber?“

    Mutter: „Nein! Ganz bestimmt gibt es bei uns keine Räuber!“

    Theo: „Gibt es Spinnen?“

    Mutter: „Spinnen gibt es schon“.

    Theo fährt hoch.

    Theo: „Mama!!! Vielleicht ist eine fette Spinne unter meinem Bett!“

    Mutter kommt ans Bett.

    Mutter: „Hab doch heute erst sauber gemacht. Unter dem Bett sind bestimmt keine Spinnen!“

    Theo: „Und wenn doch? Vielleicht eine klitzekleine! Ich glaub, ich hab vorhin eine gesehen!“

    Mutter: „Was hast du gesehen? Wo? Zeig es mir“.

    Theo und Muter suchen unter dem Bett mit der Taschenlampe nach Spinnen. Sie kriechen

    unters Bett, nur ihre Beine ragen heraus.

    Theo: „Jetzt ist sie weg! Sie hat sich bestimmt versteckt!“

    Mutter: „Blödsinn! Außerdem sind Spinnen ganz harmlos. Die tun dir nichts“.

    Theo: „Ich hab aber Angst vor Spinnen!“

    Mutter: „Theo, du spinnst!“

    Theo: „Da! Mama! Was ist das? Das Schwarze da!“

  • Sie kommen beide hervorgekrochen, Mutter hält einen schwarzen Socken triumphierend in

    der Hand.

    Mutter: „Das ist dein Strumpf! Weil du auch deine Sachen immer so herumschmeißt! So!

    Jetzt wird geschlafen! Ich will keinen Ton mehr hören, ist das klar!“

    Theo: „Gut, aber lass bitte das Licht an! Ich hab Angst im Dunkeln!“

    Mutter: “Gute Nacht Theo!“

    Theo: „Gute Nacht Mama!“

    Mutter ab, geht zum Bügeln, kümmert sich in der Folge nicht um das was nebenan passiert.

    Theo zieht die Decke wieder bis zur Nase hoch. Die Angst kommt hervorgekrochen. War

    bisher hinter dem Kopfende des Bettes verborgen. Die Angst setzt sich zu Theo auf die

    Bettkante. Theo und die Angst sehen sich an. Die Angst singt ihr Lied.

    Lied von der Angst

    Ich bin deine Angst, ich bin deine Angst

    Wenn ich komme, mach ich keinen Scherz

    Ich bin deine Angst, ich bin deine Angst

    Wenn ich komme, klopft dein kleines Herz.

    Du traust dich nicht mal wegzulaufen!

    Du traust dich nicht mal mehr zu schnaufen!

    Ich bin die Angst, die jeder kenne,

    ob Klofrau oder Präsident

    Ich bin die Angst und jetzt bin ich bei dir!

    Wenn du Schiss hast, dann fühle ich mich wohl

    So wohl wie Sauerkraut und Blumenkohl

    Ich mag es wenn du bibberst

    Ich mag es wenn du zitterst

    Ich freue mich, wenn es zwickt in deinem Bauch

  • Ich mag’s, wenn dir die Haare

    Zu Berge stehen

    Und deine Gänsehaut, die freut mich auch!

    Ich bin deine Angst, ich bin deine Angst

    Wenn ich komme, mach ich keinen Scherz

    Ich bin deine Angst, ich bin deine Angst

    Wenn ich komme, klopft dein kleines Herz

    Du traust dich nicht mal wegzulaufen!

    Du traust dich nicht mal mehr zu schnaufen!

    Ich bin die Angst, die jeder kennt,

    ob Klofrau oder Präsident

    Ich bin die Angst und jetzt bin ich bei dir!

    Ich bin deine Angst, ich bin deine Angst

    Wenn ich kommt zittern dir die Knie

    Um die Nase bist du blass!

    Theo, du hast Angst – und wie!

    Theo: (zur Angst) „Bitte geh weg!“

    Angst kichert frech, Theo brüllt.

    Theo: „Mama!!!

    Zieht sich die Decke ganz über den Kopf. Angst versteckt sich hinterm Bett. Mutter kommt im

    Nachthemd. Sie schiebt ein zweites Bett herein.